Nurn Damit das Herzstück am Leben bleibt

Hans Franz

Das Mehrzweckhaus muss saniert werden. Der Trägerverein braucht ehrenamtliche Helfer – und Spenden.

Freiwillige Helfer der Nurner Vereine entfernen den Putz in den Kellerräumen. Foto: Hans Franz

Mit der Fertigstellung des Mehrzweckhauses im Mai 1982 ist für die Nurner Vereine ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde 1978 der Mehrzweckhaus-Bauverein gegründet, der damit auch alleiniger Träger und damit Unterhalter des Hauses geworden ist.

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Gedeckelte Förderung

Doch nach inzwischen über vier Jahrzehnten sind Sanierungsarbeiten am Gemeinschaftshaus unumgänglich geworden. Wie Berechnungen des Architektenbüros ergaben, sind die entstehenden Kosten nicht unerheblich – rund 700 000 Euro nämlich. Aufgrund der Gespräche des Bauvereins mit Vorsitzendem Markus Merkl an der Spitze und der Marktgemeinde Steinwiesen mit dem Amt für ländliche Entwicklung wird das Vorhaben im Rahmen der kleinen Dorferneuerung gefördert. Allerdings ist dieser Zuschuss bei 300 000 Euro gedeckelt. Und auch wenn zudem eine Unterstützung durch die Marktgemeinde zu erwarten ist, die Restkosten muss der Bauverein tragen.

Im Außenbereich des Mehrzweckhauses sind Baggerarbeiten notwendig geworden. Foto: Hans Franz

Umso wichtiger ist, dass möglichst viel in Eigenleistungen erbracht wird. Und so sind, beziehungsweise waren bereits in den vergangenen Wochen die Mitglieder der örtlichen Vereine sehr gefragt. Sie sind bereits recht fleißig bei ihren Arbeitseinsätzen gewesen. Unter anderem war man mit dem Ausräumen in den Kellerräumen beschäftigt und dem anschließenden Abklopfen des Putzes wegen Schimmelbildung. Im Außenbereich wurden Pflastersteine entfernt und mit der Verlegung einer Drainage sowie der Außenabdichtungen zum Trockenlegen des Mauerwerkes begonnen. Als nächstes folgen das Abdecken des Daches und der Austausch der Fenster und Haustüren.

Sicher ist, dass die freiwilligen Arbeitseinsätze noch lange andauern werden und damit weitere Vereinsmitglieder gefordert sind. Erfreulicherweise gibt es bislang eine recht eifrige Schar „Mitkämpfer“ für die Sanierung ihres Gemeinschaftshauses. Wie Vorsitzender Markus Merkl erklärte, wäre es sehr erfreulich, wenn die Bevölkerung mit finanziellen Beiträgen zu den Eigenleistungen beitragen würde.

Blick in die Geschichte

Bis es vor gut 40 Jahren zur Verwirklichung des Projektes „Mehrzweckhaus Nurn“ kam, wechselten sich Licht- und Schattenseiten ab. Bereits ab dem Jahre 1971 stand ein Gemeinschaftshausbau zur Debatte, im August 1978 hatten sich schließlich die örtlichen Vereinsvertreter zusammengefunden, um das Thema „Kulturhaus“ eingehend zu erörtern. Hierbei musste man erfahren, dass auch die Marktgemeinde aufgrund der angespannten Finanzlage nicht in der Lage war, den Bau eines derartigen Hauses zu übernehmen. Da die Interessensvertreter aber entsprechende Räumlichkeiten als dringend notwendig ansahen, kam es zur Gründung des Mehrzweckhaus-Bauvereins.

Wie sich die damaligen Verantwortlichen erinnern, sind seinerzeit die folgenden Gespräche und Verhandlungen mit den Vertretern der Bayerischen Staatsregierung, der Regierung von Oberfranken, des Landkreises und der Marktgemeinde zwar nur zaghaft vorwärts gegangen, doch trugen sie letztlich Früchte. Eine der wenigen Ausnahmen ist, dass der Bauverein alleiniger Unterhalter des Hauses ist. Sämtliche Betriebskosten wurden bislang aus eigenen wirtschaftlichen Mitteln getätigt. Die Baukosten hatten sich damals auf rund eine Millionen D-Mark belaufen.

Mit der jetzigen Sanierung ist es notwendig geworden, dass der Markt Steinwiesen als Maßnahmeträger auftritt.

Die Kosten

Nach den bisherigen Berechnungen belaufen sich die Kosten für die Teilsanierung des Gebäudes auf rund 633 000 Euro. Diese Kosten verteilen sich auf die Sanierung des Daches (220 000 Euro), der Fenster und Haustüren (108 000 Euro), der Heizungsanlage (84.000 Euro), der WC-Anlagen (70 000 Euro), der Kellerräume (25 000 Euro) und sonstiger Nebenkosten (126 000 Euro). Hinzu kommt im Rahmen dieser Maßnahmen auch noch die Begradigung und Erneuerung der Außenanlage, wozu unter anderem der Festplatzanschluss, der Wasseranschluss an einer Fassadenseite und die Ertüchtigung des Spielplatzes gehören. Hier beläuft sich der Voranschlag auf knapp 106 000 Euro.

Alles in allem erreichen die Gesamtkosten eine Summe von rund 739 000 Euro.