Oberfranken Oberfrankens Polizei am Freitag im Großeinsatz

In Westen gekleidete Polizisten. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild

700 Polizisten aus dem gesamten Regierungsbezirk sind an diesem Freitag aktiv. Anlass ist ein länderübergreifender Sicherheitstag. Die Schwerpunkte reichen von neuen Tricks der Betrügerbanden bis hin zum Rotlichtmilieu.

Hof/Coburg/Wunsiedel/Bayreuth - Betrüger, die sich am Telefon als vermeintliche Microsoft-Mitarbeiter ausgeben, um die Computer ihrer Opfer zu sperren, vermeintliche Polizisten, die an Haustüren Senioren um ihr teuer Erspartes bringen, und Raser, die ebenso wie Lkw-Fahrer mit ungenügend gesicherter Ladung die Straßen unsicher machen: Die Aufgabengebiete der Polizei sind vielfältig und nehmen stetig zu.

Infostände der Polizei

Das oberfränkische Polizeipräsidium ist anlässlich des länderübergreifenden Sicherheitstags an diesem Freitag in mehreren Städten mit Infoständen und Aktionen vertreten.

Von 14 bis 17 Uhr bietet die Polizei in Hof , Altstadt 41, unter dem Motto "Coffee with a Cop", Gespräche mit Beamten an.

Jeweils von 9 bis 12 Uhr bietet die Polizei in Hof vor der Pluspunkt-Apotheke in der Altstadt und in der August-Mohl-Straße bei den Einkaufsmärkten Infostände zum Thema Enkeltrick, falsche Polizeibeamte und Internetkriminalität an.

In Kulmbach ist die Polizei von 15 bis 19 Uhr am Marktplatz mit einem Präventionsstand zum Thema "Geschwindigkeit" mit Laserpistole und Infos zur Sicherheitswacht vor Ort.

In Coburg gibt es von 10 bis 12 Uhr ebenfalls einen Infostand zum Thema Enkeltrick und Callcenter-Betrügereien.

In Bayreuth patrouilliert die Reiterstaffel gegen 14 Uhr an der Wilhelminenaue.

An diesem Freitag legt das Polizeipräsidium Oberfranken mit 700 eingesetzten Beamten stellvertretend für die gesamte bayerische Polizei seinen Fokus auf genau diese Themen. Der Polizei liegt beim dritten länderübergreifenden Sicherheitstag nach den Worten des Präsidiumssprechers Alexander Czech vor allem am Herzen, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.

Der Sicherheitstag ist das Ergebnis von Kooperationsvereinbarungen zwischen den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland und fand im Frühjahr 2019 zum ersten Mal statt. Ziel des gemeinsamen Aktionstages ist eine positive Beeinflussung der Sicherheit im öffentlichen Raum durch ein intensives und koordiniertes polizeiliches Vorgehen, wie die Polizei in der Ankündigung schreibt. Einen großen Fokus legen die oberfränkischen Polizisten auf die Aufklärung über die Machenschaften krimineller Banden, die arglose Bürger mit verschiedenen Maschen um ihr Erspartes bringen möchten. Die bisherige Aufklärungsarbeit der Polizei habe zwar bereits Erfolge gezeigt. "Leider kommt es aber immer wieder zu Fällen, sodass wir nahezu wöchentlich warnen müssen", schildert Czech im Gespräch.

Czech wünscht sich, dass Menschen, bei denen die Betrüger ihr Glück versucht haben, auch erfolglose Bemühungen bei der Polizei anzeigen. Das helfe der Polizei, damit sie dann gezielt Warnmeldungen herausgeben könne. Oft seien die Betrüger in bestimmten Regionen vermehrt aktiv. Auf eines weist Czech im Gespräch mit unserer Zeitung ebenfalls hin: "Die Betrüger ändern ihre Masche regelmäßig." So seien sie beim Enkeltrick, bei dem sich Anrufer bei ihren angeblichen Großeltern melden und um Geld bitten, verstärkt dazu übergegangen, andere Verwandtschaftsverhältnisse vorzutäuschen. "Die Betrüger versuchen Vertrauen zu erwecken und schüchtern die Senioren in teils stundenlangen Telefongesprächen ein", sagt Czech. Infostände in mehreren Städten Oberfrankens widmen sich an diesem Freitag genau diesem Komplex.

Daneben setzt die Polizei auch auf verstärkte Kontrollen, etwa im Rotlichtmilieu und im Betäubungsmittelbereich. Und auch Autofahrer müssen sich auf mehreren Strecken der Region auf Verkehrskontrollen einstellen.

Mehrmals jährlich finden laut Czech Großkontrollen bei den oberfränkischen Polizeidienststellen statt, zum Teil auch in Kooperation mit Beamten aus Unterfranken oder der Oberpfalz. "Leider stellen wir dabei oft fest, dass die Ladungssicherung nicht stimmt", kritisiert Czech. "Selbst bei großen Speditionen gibt es immer wieder Verstöße." Die Polizei hat sich Großes vorgenommen. "Wir wollen zeigen, was wir draufhaben", sagt Czech.

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