"Sterben beginnt nicht erst zwei Tage vor dem Tod", weiß Pflege-Expertin Larissa Hörner. Wie Studien ergeben hätten, dauere der Sterbeprozess in der Regel 20 bis 21 Tage. Für die ZiB-Kräfte komme es darauf an, Anzeichen mit "Fingerspitzengefühl" zu erkennen und auch die Angehörigen entsprechend zu informieren. Oft würden die Senioren in den letzten Tagen nichts mehr essen wollen. "Sie hören auch auf zu trinken." Angehörige gerieten in Panik, weil sie glaubten, der alte Mensch müsse verhungern. Auch manche Pflegekräfte hätten nicht gelernt, mit solchen Situationen gut umzugehen. Die ZiB-Kräfte seien eigens dafür ausgebildet. Ihre zusätzliche Arbeitszeit könnten sie beispielsweise auch für Sitzwachen nutzen, sagt die Pflegedienstleiterin, "damit der alte Mensch nicht alleine ist, wenn er stirbt". Jeder gehe seinen eigenen letzten Weg. Manche wollten sich noch etwas Belastendes von der Seele reden, etliche wollten beten, andere verlangten danach, in Ruhe gelassen zu werden, wollten aber dennoch nicht alleine sein. "Sterbebegleitung ist Herzenssache", bringt Ergotherapeutin Carmen Geist das Thema auf den Punkt. Für die Begleiter komme es darauf an, einfühlsam zu sein und gleichzeitig Distanz zu wahren.