Nach der ersten Verhandlungsrunde im Thüringer Nahverkehr gibt es keine Annäherung. Verdi spricht von einer «Kampfansage» der Arbeitgeber und stellt Warnstreiks in Aussicht.
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Konkret lehnten sie demnach sowohl eine Arbeitszeitverkürzung als auch eine spürbare Lohnerhöhung ab und brachten stattdessen längere Wochenarbeitszeiten sowie nur minimale Entgeltsteigerungen ins Gespräch. "Das ist kein Angebot, sondern eine Kampfansage an die Beschäftigten", sagte Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt.
Verdi fordert für die Beschäftigten unter anderem eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von 300 Euro monatlich sowie 150 Euro mehr für Auszubildende. Zudem verlangt die Gewerkschaft höhere Zuschläge, kürzere und verlässlichere Schicht- und Ruhezeiten sowie bessere Arbeitsbedingungen, um den Nahverkehr langfristig attraktiv zu halten.
Die Arbeitgeberseite verwies hingegen auf schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen. "Wir setzen uns für einen ausgewogenen Abschluss ein, der den derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht wird und zugleich das Leistungsangebot und die Qualität des Nahverkehrs in Thüringen sichert", sagte die Geschäftsführerin und Verhandlungsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Thüringen, Gundula Bettenhausen.
Verdi kündigte an, nun die nächsten Schritte vorzubereiten. "In den kommenden Wochen ist mit Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen", erklärte die Tarifkommission.
Gleichzeitig laufen Tarifverhandlungen im Nahverkehr auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Dort verfolgt Verdi ähnliche Ziele, unter anderem die Einführung der 35-Stunden-Woche. Die Tarifverträge werden jedoch in allen drei Ländern getrennt verhandelt, die Forderungen unterscheiden sich daher in einzelnen Punkten.