Wird in jedem zweiten Fall betrogen?
"Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Prüfungsbetrug nach einem starken Anstieg in den Vorjahren auf einem hohen Niveau stabilisiert", sagt Fani Zaneta vom Tüv-Verband. Ermittler und Gerichte decken demnach immer wieder weit verzweigte Systeme der organisierten Kriminalität auf, die den Betrug bei der Führerscheinprüfung im Rundum-Sorglos-Paket anbieten – ein deutschlandweites Millionengeschäft.
Der Tüv-Verband geht davon aus, dass bundesweit gut jeder zweite aufgedeckte Betrugsfall bei Führerscheinprüfungen professionell organisiert ist – die Dunkelziffer bleibt hoch. Der Bedarf scheint es auch zu sein: Im vergangenen Jahr fielen laut Tüv-Verband bei fast jeder zweiten Führerscheinprüfung (41 Prozent) die Kandidaten durch.
Tüv-Verband fordert härtere Strafen für Auftraggeber
Bereits seit Jahren fordert der Tüv-Verband klare Regeln, die auch konsequent von den Behörden angewendet werden. Um wirklich abzuschrecken, sollten Instrumente wie Sperrfristen oder Medizinisch-Psychologische Untersuchungen (MPU) bei organisierten Täuschungsversuchen bundesweit dazugehören. Aus Sicht des Verbands müssen organisierte Täuschungsversuche künftig als Straftat gelten – auch für die Auftraggeber.