Ortswiesensee Lichtenfels Das war’s vom Badespaß

Martin Fleischmann

Zum Ferienbeginn warnt jetzt das Gesundheitsamt. Aber ein Verbot wird noch nicht ausgesprochen.

Algenteppich statt klarem Wasser: der Ortswiesensee im Lichtenfelser Ortsteil Oberwallenstadt Foto: M. Fleischmann

Noch vergangene Woche hatten Mitarbeiter des Lichtenfelser Landratsamtes des Ortswiesensee in Lichtenfels kontrolliert und nichts Auffälliges entdeckt. „ Da war kein Anzeichen für das vermehrte Wachstum von Cyanobakterien zu sehen“, erklärt Landratsamtspressesprecher Andreas Grosch am Donnerstagabend auf NP-Anfrage. Aber jetzt das: Vor allem im Uferbereich ein dichter Teppich der Cyanobakterien, besser bekannt als Blaualgen.

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Das Landratsamt habe bereits am Donnerstag Besucher und die Betreiber des Strand-Bistros informiert. Von Seiten der Stadt Lichtenfels werden nun Warnschilder aufgestellt, ein Badeverbot aktuell aber noch nicht ausgesprochen. Entsprechende Wasserproben würden veranlasst.

Die Blaualgen trüben nicht nur den Badespaß, sondern auch die Vorfreude auf das Seefest der Wasserwacht, das am 6. August über die Bühne geht. Das Spektakel am See mit Musik, viel Unterhaltung, Feuerwerk und See in Flammen lockt traditionell Hunderte von Besuchern an.

Hautreizungen, Magen-Darm-Beschwerden

Den Namen „Blaualgen“ haben die Bakterien aufgrund des grün-blauen Films bekommen, den sie auf dem Wasser bilden, wenn sie sich vermehrt haben, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte im Internet schreibt. Blaualgen könnten Gifte, die Cyano-Toxine, ins Wasser abgeben. Direkter Kontakt mit den Bakterien bzw. deren Giften könne zu Hautreizungen, Bindehautentzündungen und Ohrenschmerzen führen, in manchen Fällen auch zu allergischen Reaktionen, so die Mediziner. Verschluckt ein Mensch das belastete Wasser, könne dies zu Magen-Darmbeschwerden, Atemwegserkrankungen und Leberveränderungen führen. „Da sich der Bakterienfilm häufig in Ufernähe konzentriert, sind spielende Kleinkinder besonders gefährdet, nicht nur über die Haut, sondern auch durch Hand-Mund-Kontakt mit dem Gift in Berührung zu kommen“, warnen sie.