5. Die Antipole:
Sie, die Klammerin, himmelt ihn an wie einen Gott. Er, der narzisstische Macho, weiß genau, wie toll er ist. Bei diesen beiden prallen zwei Welten aufeinander. Es empfiehlt sich, in ihrer Anwesenheit den ersten Gedanken lieber runterzuschlucken: Warum zur Hölle seid ihr eigentlich zusammen? Dieses Phänomen der Psychologie betrifft viele Menschen, sagt der Paartherapeut Oliviero Lombardi.
Wer zum Klammern neige, den ziehen bei der Partnersuche oft die komplett gegensätzlichen Charaktere magisch an. „Der Macho repräsentiert Stärke, Kraft und Selbstbewusstsein – all das, was die Klammerin nicht hat“, sagt Lombardi. Und wer kann bei diesen Eigenschaften, bei so viel Sex-Appeal schon widerstehen?! Zudem bekommt der Macho von der Klammerin genau das, was ihn zum Glühen bringt: die Bestätigung, dass er der Schärfste ist – und den schönsten tiefergelegten BMW fährt.
6. Die Freigeister:
Monogamie? Was ist das? Wir leben polyamor, frei und sind sowieso total offen und tolerant. Ein Partner oder eine Partnerin bis zum Lebensende? Dafür sind die Bedürfnisse eines Menschen viel zu vielseitig. Monogamie – nur was für öde Traditionalisten. Die Freiheitsliebenden definieren nicht, was das zwischen ihnen ist. Liebe? Oder Freundschaft plus? Hetero? Homo? Oder Bi? Bei ihnen ist alles möglich. Sie leben die pure Unabhängigkeit, Klammern ist strengstens verboten.
Doch aufgepasst bei einer Überdosierung von Unabhängigkeit: „Die unabhängigen Typen gehen als Solisten durchs Leben, vernachlässigen oft die Partnerin oder den Partner – und der Beruf hat oberste Priorität“, sagt der Paartherapeut Oliviero Lombardi. Ihr Motto: Vergiss Emotionen, auf die Leistung kommt es an. „Sie verlernen, Emotionen zu spüren. Das sind meist Männer, zu denen man sagt: ‚Sei stark‘“, erklärt Lombardi. Jahre später merken sie: Hoppla, ich bin ja ganz einsam. „Schlimmstenfalls erleiden sie dann einen Burn-out“, sagt Lombardi.
7. Die Angeber:
„Apropos Urlaub, also wir haben uns ja jetzt ein Ferienhaus auf Mallorca gekauft“ – eine von vielen aufkommenden Prahlereien der Angeber. Und das auch noch zu völlig unpassenden Zeitpunkten, wenn niemand es hören will. Es interessiert keinen! Ist das so schwer zu verstehen?! Aber die Freundinnen und Freunde der Angeber beherrschen glücklicherweise das automatische Auf-Durchzug-Schalten wie aus dem Effeff.
Sie wissen: Jetzt beginnt wieder der nervtötende Vortrag, wie toll bei ihnen alles funktioniert, was sie sich alles leisten können und welche grandiosen Projekte sie schon zusammen umgesetzt haben beziehungsweise noch planen. Doch alles Fassade: So rosig, wie sie ihre Beziehung präsentieren, ist sie keineswegs. Im Gegenteil: Wer es so nötig hat, den Neid der anderen herauszukitzeln, scheint mit einem ernsthaften Beziehungsproblem zu kämpfen. Eine repräsentative Studie von Elitepartner von 2019 zeigt: Besonders jungen Paaren ist es wichtig, zum Beispiel in sozialen Medien als Paar gut zu wirken.