Per App Grenzland-Geschichte(n) hautnah erleben

Peter Tischer

Eine neue App führt zu Orten am ehemaligen „Eisernen Vorhang“ und beleuchtet dort die Schicksale der Menschen. Eine Station ist dabei auch die Gebrannte Brücke.

So sah es an der innerdeutschen Grenze bei Hönbach aus. Vom Beobachtungsturm aus hatten die DDR-Grenzsoldaten den Abschnitt im Blick. Foto: Peter Tischer

Neustadt - Radtouren oder Wanderungen  entlang des Grünen Bands  sind in Mode gekommen. 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung und 31 Jahre nach dem Fall der Mauer stellt nun die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit eine App für Interessierte   an der deutsch-deutschen Geschichte sowie an einer Tour durch den bayerisch-thüringisch-sächsischen Grenzraum zur Verfügung.

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Die beiden digital angebotenen Touren starten am Bayernturm im Landkreis Rhön-Grabfeld und führen auf unterschiedlichen Strecken  zum Deutsch-Deutschen Museum nach Mödlareuth im Landkreis Hof. Kooperationspartner ist die Bayerische Landesstelle für  nicht staatliche Museen. Gefördert wurde das Projekt von der Bayerischen Sparkassenstiftung.

Die App „Grenzland“ richtet sich dabei an alle geschichtsinteressierten „Ausflügler“ und vermittelt historische Einblicke in die Zeit von 1945 bis 1990. Sie führt an Orte, an denen in diesem Zeitraum besondere Ereignisse geschehen sind. Interessierte können so in die Geschichte von Menschen  eintauchen, die unter dem Einfluss des SED-Regimes und der DDR standen, sich ihm entziehen wollten und ihren Weg in die Freiheit suchten.

Die einzelnen Strecken umfassen jeweils 150 bis 200 Kilometer Wegstrecke, die am besten per Motorrad, Auto oder (E-)Fahrrad zurückgelegt werden können. Sie erinnert an die „Friedliche Revolution“, mit der Menschen in der DDR Mauern und Sperrzäune zu Fall brachten.

Die App lädt zudem ein in eine Gedenkstätte und Museen, wo man das Grenzsystem als Herrschaftsinstrument der DDR, aber auch den Alltag der Menschen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs nachzeichnet: in Mödlareuth ebenso wie in Neustadt an der Gebrannten Brücke oder in Wildenheid-Hönbach, Streufdorf, Probstzella oder in Bad Königshofen. Die Nutzer können jeden einzelnen Ort aufrufen und sich von dort aus auf den Weg machen.

Unter den Buttons „Durchblick“ und „Geteiltes Deutschland“ werden Begriffe erklärt und Hintergrundinformationen gegeben. Die App kann nun sowohl im „Google Play Store“ als auch im „Apple App Store“  heruntergeladen werden.

Rupert Grübl, Direktor der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung, betont: „Wir wollen das Jubiläum der Wiedervereinigung und des Mauerfalls  nutzen, um Menschen jeglichen Alters den Alltag mit dem Eisernen Vorhang, die Unterdrückung in dem Unrechtsregime DDR und die Freiheit in der rechtsstaatlichen Demokratie in der Bundesrepublik erfahrbar zu machen. Dieses Stück deutscher Geschichte darf nicht in Vergessenheit geraten.“