Pfarrstelle Ein „Doppel-Jackpot“ für Küps

Die erste Pfarrstelle in der evangelischen Kirchengemeinde ist wieder besetzt. Und eine neue Religionspädagogin hat ihren Dienst angetreten.

Küps - Frohe Erwartung ist am Sonntag über der St. Jakobikirche in Küps gelegen. Dort wurden Pfarrer Jochen Pickel sowie Religionspädagogin Susanne Pickel in ihre Ämter eingeführt. Jochen Pickel übernahm zum 1. September die erste Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde Küps, während seine Ehefrau ihren Dienst als Religionspädagogin an den Schulen Küps und Johannisthal sowie in Kronach an der Berufsfachschule für Musik antrat.

„Uns konnte nichts Besseres passieren“, erinnerte sich das Dekans-Ehepaar Ulrike Schorn und Markus Müller an den Anruf aus Eggenfelden, mit dem das Ehepaar Pickel sein Interesse an den freien Stellen in Küps bekundet hatte. Lange Jahre hatte keine Bewerbung vorgelegen, nachdem Pfarrer Friedrich Seegenschmiedt Ende 2017 in den Ruhestand getreten war. Vor rund einen Jahr verabschiedete man Vakanz-Pfarrer Christian Pohl, der eineinhalb Jahre als Vertretung gewirkt hatte. „Sie erwartet eine interessante und wunderbar lebendige Kirchengemeinde“, betonte der Dekan. Größten Respekt zollte er allen, die Vakanz-Zeit mit vereinten Kräften gemeistert hatten und dabei sogar ein großes Projekt wie den laufenden Kindergarten-Neubau in Küps in Angriff nahmen.

Zwölf Jahre lang waren Jochen und Susanne Pickel in Eggenfelden in Niederbayern tätig. Zuvor wirkte der aus Nürnberg-Kornburg stammende Pfarrer im Kreis Ansbach. Seine Ehefrau ist in Heiligenstadt aufgewachsen und arbeitete an verschiedenen Schulen, zuletzt auch berufsübergreifend in der Gemeindearbeit. Insgesamt kann sie auf eine fast 30-jährige Berufserfahrung als Lehrerin zurückblicken, wobei sie auch Schulseelsorgerin ist. Das Ehepaar hat drei erwachsene Kinder. Sohn Johannes wird ins sanierte Pfarrhaus mit einziehen.

„Jetzt kann es losgehen“

Susanne Pickel wurde von der Leiterin des Schulreferats der Dekanatsbezirke Kronach-Ludwigsstadt und Michelau, Harriet Eisentraut, in ihren Dienst eingeführt; ihr Ehemann vom Dekan. „Jetzt kann es losgehen“, freute sich Jochen Pickel. Viele erachteten heute Kirche als langweilig, monoton, irrelevant, ohne Überraschungen, nicht mehr auf der Höhe der Zeit, erschüttert von Missbrauchsfällen, bedauerte er in seiner Predigt. Dabei hätten sie aus dem Blick verloren, was alles Kirche sei: der Besuch einsamer Menschen, Trost bei Todesfällen, Arbeit beim ambulanten Pflegedienst. „Wo Menschen hingebungsvoll einander dienen, Familien miteinander gestärkt werden, wo sich ein Ort in eine gute lebenswerte Gemeinschaft verwandet – das alles und vieles mehr ist Kirche“, appellierte er an die Zuhörer, gemeinsam Gemeinde zu sein.

„Sie wissen schon, dass Sie den Doppel-Jackpot haben“, meinte Vertrauensmann Günther Schindler aus Eggenfelden. Mit Pfarrer Pickel erhalte Küps einen einfühlsamen, weitsichtigen und vielschichtigen Pfarrer, der neuen Schwung mitbringe. Susanne Pickel sei eine treibende Kraft gerade in der Kinder- und Jugendarbeit. „Lassen Sie es zu und machen Sie mit“, betonte er; unterstrichen von der „Warnung“, dass man beide jederzeit gerne zurücknehme: „Eggenfelden ist nicht weit weg!“

Die Seniorin des Pfarrkapitels, Pfarrerin Alina Ellgring, freute sich ebenso wie 2. Bürgermeister Thomas Meyer, dass die Pfarrstelle nun wieder besetzt ist. Auch der katholische Pfarrvikar Norbert Lang, der weitere Stellvertreter des Landrats, Bernd Steger, und Vertrauensfrau Christina Sammet begrüßten das Ehepaar Pickel.

Stimmungsvoll umrahmt wurde der Einführungsgottesdienst vom örtlichen Posaunenchor, vom Kirchenchor sowie von Organist Konrad Boxdörfer.

 

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