Pferd mit Messer angegriffen „Was für ein Mensch macht so was?“

Auf einer Koppel in Wörlsdorf wird ein Pferd angegriffen. Das Entsetzen im Reitstall ist groß, die Polizei sucht nach Zeugen.

Wörlsdorf - „Was für ein Mensch macht so was?“, fragt Vanessa Bayer-Gryglewicz. Am Dienstagabend wurde in dem Wörlsdorfer Reitstall, in dem auch sie ihre Pferde eingestellt hat, der Wallach einer Reitfreundin mit einem Messer attackiert.

Im Reitstall ist man immer noch entsetzt über die Tat und hofft, dass es Zeugen gibt, die Beobachtungen gemacht haben. Vanessa Bayer-Gryglewicz wurde als eine der ersten Reitfreundinnen mit der Tat konfrontiert. „Wie immer habe ich vormittags die Pferde aus dem Stall auf die Koppel gebracht und habe auch mittags noch mal geschaut, ob alles passt“, schildert sie die Ereignisse am Dienstagabend. „Abends gegen 18.30 Uhr erhielt ich einen Anruf von meiner Stallkollegin, dass ich gleich zu den Koppeln kommen solle, denn bei dem ‚Euroherz’ stecke was im Bauch.“

Dort angekommen, habe sie den Fremdkörper in der Flanke des Pferdes entdeckt. Sofort informierte sie Eigentümerin und Tierarzt. Den Wallach „Euroherz“, genannt Euro, brachten die beiden anschließend in den Stall, banden ihn an, damit er sich nicht mehr bewegen konnte. „Er hat ständig versucht, mit dem Kopf an das Messer zu gelangen“, erzählt die 30-jährige Seelacherin.

Abgebrochener Griff

Als sie die Stelle mit der Taschenlampe anleuchtete, erkannte sie erstmals, dass es sich bei dem Fremdkörper um ein Messer handelt, bei dem allerdings der Griff abgebrochen war. Dies war vorher nicht zu erkennen, da es recht düster und die Einstichstelle auch sehr blutverschmiert war. „Wir haben schließlich gewartet, bis der Tierarzt kommt, weil wir nicht wussten, wie lang das Messer ist und man aus Stichwunden nicht einfach was rausziehen soll“, so Bayer-Gryglewicz. Für den Tierarzt stellte sich das Problem, dass in der Klinge eine Kerbe eingefräst war, die wie ein Widerhaken wirkte, sodass sie nicht komplett herausgezogen werden konnte. Dies war aber zunächst nicht zu erkennen.

Das Pferd musste sediert werden, die Wunde weiter aufgeschnitten und die Klinge entfernt werden. „Circa zehn Zentimeter tief hat das Messer im Fleisch gesteckt“, schätzt Bayer-Gryglewicz und fügt hinzu: „Das Pferd hat stark geblutet. Es steht jetzt wieder im Stall und frisst gut. Aber man weiß bei so was ja nicht, ob eine Sepsis kommt. Da es an dieser Stelle nicht genäht werden kann, ist die Wunde offen und muss täglich gespült werden.“ Die Polizei hat das Messer sichergestellt, um es nach Fingerabdrücken zu untersuchen und ist gemeinsam mit der Seelacherin die Koppel abgelaufen, um eventuell den abgebrochenen Messergriff zu finden. Die Suche blieb erfolglos.

Vanessa Bayer-Gryglewicz vermutet, dass sich die Tat zwischen 17 und 18.30 Uhr ereignet hat. Sie reitet seit ihrem dritten Lebensjahr, aber etwas Ähnliches ist ihr noch nie passiert. Natürlich ist sie aktuell in Sorge um ihre beiden Pferde. „Das ist jetzt schon ein komisches Gefühl. Ich mache ja auch immer den Frühdienst und kenne alle Tiere gut. Für mich ist das mit Euro genauso schlimm wie wenn es mein eigenes Pferd wäre“, sagt die 30-Jährige.

Seitens des Reitstalls wird man nun weitere Vorkehrungen treffen und zusätzlich zu den Überwachungskameras an den Gebäuden auch die Koppeln mit Kameras ausstatten. „Ich denke nicht, dass sich das danach wiederholen wird, und ich hoffe, dass der Täter geschnappt wird“, betont Bayer-Gryglewicz, „denn wenn man so was bei Tieren macht, macht man das vielleicht auch irgendwann bei einem Menschen.“

Polizei tappt noch im Dunkeln

Der Angriff auf das Pferd ereignete sich laut Polizei am Dienstag etwa zwischen 16 und 18 Uhr auf einer Koppel im Sonnefelder Ortsteil Wörlsdorf. Ein bislang unbekannter Täter rammte dem wehrlosen Tier ein Messer in die Flanke. Dabei blieb das Messer stecken und der Griff brach ab. Ein Tierarzt konnte die Messerklinge entfernen und das Pferd retten. Das Tatwerkzeug wurde sichergestellt und zu einer kriminaltechnischen Untersuchung gebracht. Zeugen, die etwas beobachtet haben oder sachdienliche Hinweise auf den Pferdeangreifer geben können, werden weiterhin gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Neustadt bei Coburg unter der Telefonnummer 09568/94310 zu melden. Bislang gebe es keine neuen Erkenntnisse zu der Tat, wie ein Sprecher der Neustadter Polizei auf Anfrage mitteilt.

 

Bilder