Pläne Bekommt der Muppberg zwei Mountainbike-Strecken?

Peter Tischer
Robert Matzke würde sich über zwei neue Mountainbike-Strecken am Muppberg freuen. Foto: Peter Tischer

Die steilen Hänge des Muppbergs locken bereits viele Downhill-Fahrer an. Nun wird überlegt, das Angebot dort weiter auszubauen.

Neustadt - Am Muppberg könnten demnächst zwei neue Mountainbike-Strecken entstehen. Zumindest sind dies Überlegungen der Stadt Neustadt sowie der Bayerischen Staatsforsten, die Eigentümerin des rund 300 Hektar großen Waldareals ist. „Es ist ein Trendsport, und wir versprechen uns von Downhillstrecken eine Belebung für den regionalen Tourismus“, betonte Oberbürgermeister Frank Rebhan dann auch bei einem Ortstermin des Verwaltungssenats mit Vertretern der Bayerischen Staatsforsten sowie Robert Matzke, Mountainbike-Abteilungsleiter der Alpenvereinssektion Neustadt. Kultur- und Sportbürgermeister Martin Stingl nannte die ersten Konzepte „stimmig, zumal dann illegale Trails wegfallen würden“. Auch Forstbetriebsleiter Albert Schrenker zeigte sich nicht abgeneigt. Man würde der Jugend gern so etwas am Muppberg bieten. Schließlich seien derartige Strecken nicht an jeder Stelle möglich – da hier das Gefälle doch eine große Rolle spiele.

Robert Matzke betonte indes, dass bereits jetzt schon viele auswärtige Biker nach Neustadt kämen, um die vielen Wege am Muppberg unter die Räder zu nehmen. „Und da wäre eine Kanalisierung eben gut, allein schon aus Unfallverhütungsgründen“, stimmte auch er dafür. Revierleiter Fabian Hecker ergänzte, zwischen Freizeitsportlern, Erholungssuchenden und der Waldwirtschaft müsse es einen Einklang geben, man müsse gegenseitig auf sich Rücksicht nehmen und Verständnis für die Interessen des anderen aufbringen. Dass es am Muppberg viermal so viele Wege wie sonst je Hektar im Durchschnitt der bayerischen Wälder gibt, mache die Sache nicht einfacher.

Indes informierte er den Verwaltungssenat des Weiteren über das Vorgehen in Sachen Waldumbau: „Der soll dreiteilig vonstattengehen. Da ist zunächst die Borkenkäferbekämpfung, dann der prophylaktische Umbau mit fünf Baumarten für einen klimastabilen Zukunftswald und schließlich wird es Flächenstilllegungen geben als FFH-Gebiete.“ Mindestens fünf klimastabile Baumarten sollen demnach Fichte, aber auch Tanne und Kiefer ablösen. Selbst die Buche habe zuletzt unter der trockenen, heißen Witterung geschwächelt, erläuterte er. Eiche, Spitzahorn, Hainbuche, Kirsche und Linde sollten nebst der bemessenen Einbringung von Douglasien, Esskastanien und Roteichen künftig den Wald zukunftsfit machen. Je mehr Baumarten wachsen, desto geringer sei das Risiko, dass es zu großen Verlusten käme. So soll der Muppberg auch durch geeignete Naturverjüngung und Pflanzung umstrukturiert werden.

Beispielhaft nennt er hier die Naturschutzfläche „Ebersdorfer Wand“, die mehrere Hektar umfasst. „Eine anspruchsvolle, mitunter sehr aufwendige Aufgabe, die wir engagiert angehen“, stellt Hecker klar. Der Revierleiter verwies dabei vor allem auch auf die Charakteristik des Muppbergs mit seinen steilen Hängen, „die man sonst nur in den Mittelgebirgen oder in den Alpen vorfindet.“ Ein anderes Thema sei die eigentliche Holzernte, die trotz Einsatz schonender Technik nur noch mit hochmodernen leistungsfähigen Maschinen wie den Harvestern erfolgen könne. Schrenker und Hecker versprachen, dass die Rückewege und -gassen nach Abschluss der Borkenkäferaufarbeitung wieder instand gesetzt würden. „Aber wir werden nicht schottern oder begrünen, sondern wir werden das der Natur überlassen.“

Rebhan fasst zusammen: „Bäume müssen gefällt und abtransportiert werden, dafür werden geeignete Wege gebraucht. Danach wird alles aber wieder in Ordnung gebracht.“ Es handele sich bei der Waldwirtschaft um eine Daueraufgabe, die sicherlich nicht in drei Jahren erledigt sei, so die Fachleute Schrenker und Hecker. Der Wald diene dem Klimaschutz, der Erholung und Freizeitnutzung sowie dem Naturschutz. Letztendlich diene er aber auch mit dem Rohstoff Holz der Wirtschaft.

 

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