Was halten die betroffenen Branchen von den Plänen?
Digitale Zahlungsmöglichkeiten seien längst Standard, betont Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbands (Dehoga). Sie warnt vor Kosten für die Betriebe. "Derzeit bemessen sich Transaktionsgebühren prozentual an der Höhe des Zahlungsbetrags." Vor allem kleine und mittlere Betriebe benötigten ausreichende Übergangsregelungen.
Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland (HDE) sagt, gesetzliche Vorgaben seien unnötig, sie schafften nur zusätzliche Bürokratie und Unsicherheiten. "Denn eine einzelne Akzeptanz heißt immer, dass die ganze Bandbreite an Karten akzeptiert werden muss. Ansonsten entstehen komplizierte Kundengespräche, die Ärger machen, sowie Zeit und Geld kosten." Für Händler entstünden zusätzliche Kosten. Der Verband fordert deshalb eine Möglichkeit, Kartengebühren an Kunden weitergeben zu können.
Was sagen Experten?
Während der Pandemie habe sich ein Großteil der Bevölkerung an die bargeldlose Bezahlung gewöhnt, sagt Kai Hudetz vom Handelsforschungsinstitut IFH Köln. Bargeldlose Bezahlmöglichkeiten würden von vielen Konsumenten als Standard erwartet. Dennoch sei Bargeld vor allem bei älteren Menschen häufig weiterhin das bevorzugte Zahlungsmittel. "Insofern macht die Wahlfreiheit absolut Sinn."
Philipp Hübner, Zahlungsexperte beim Forschungsinstitut EHI, sagte: "Da mittelständische und große Händler nahezu ausnahmslos mindestens eine bargeldlose Zahlungsart anbieten, ist diese Regelung für diese in der Praxis weitgehend irrelevant." Ausgenommen seien möglicherweise sehr kleine Geschäfte und Kioske.