Was viele Menschen nicht wissen
Und genauso sei das eben auch beim „Playboy“. Boitin: „Wir sind uns in der Grund-DNA einfach treu geblieben. Das heißt: Wir richten uns vordringlich an den heteronormativen Mann, der sich von der Schönheit und Einzigartigkeit der Frau angesprochen fühlt. Das heißt aber nicht, dass wir nicht trotzdem mit der Zeit gegangen sind.“ Die Sprache im Heft habe sich verändert. „So sprechen wir natürlich auch nicht mehr von „Mädchen“.“
Kaum gealtert ist in der ganzen Zeit der durchschnittliche Käufer. „Der „Playboy“-Leser ist im Schnitt knapp 39 und sehr vielfältig“, so Boitin. „Wir erreichen den 25-jährigen Technik-Studenten aus München genauso wie den 43-jährigen Familienvater, der in Sachsen-Anhalt in seinem Einfamilienhaus lebt, bis hin zum Universitätsprofessor an der Klinik Innsbruck, der gerade in den wohlverdienten Ruhestand geht.“ Was viele von ihnen eint: „Der „Playboy“-Leser hat Freude am Leben, kann sich aber tatsächlich auch viele seiner Leidenschaften leisten.“
Was viele Menschen nicht wissen: Hinter den Kulissen der Münchner Männer-Lifestyle-Marke arbeiten mehrheitlich Frauen. Boitin: „60 Prozent des „Playboy“-Teams bestehen aus Frauen. Jeder, der sich bei „Playboy“ verantwortlich mit dem Thema Fotografie beschäftigt, ist weiblich.“ Auf die Frage, ob man eines Tages Gendersternchen in seinem Heft finden wird, weicht Boitin elegant aus: „Ich persönlich sehe in dem Gendersternchen keinen Evolutionsschritt, der so bahnbrechend ist, dass der „Playboy“ diesem unbedingt folgen muss.“