Plötzlich im Rollstuhl Spendenaktion für krebskranke Kronacherin

Jana Eberth ist schwer krank und infolgedessen querschnittsgelähmt. Eine Spendenaktion soll der 33-Jährigen ermöglichen, möglichst lange zu Hause bei ihrer Familie zu wohnen.

Jana Eberth aus Kronach lässt sich trotz ihrer schweren Krankheit nicht unterkriegen. Foto: privat

Es gibt Diagnosen, die ein Leben in ein Davor und ein Danach teilen. Eine solche hat Jana Eberth im Jahr 2023 bekommen: Ein großer Tumor in der Lunge, Metastasen in der Wirbelsäule – und schließlich ist die heute 33-Jährige von einem Tag auf den anderen querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl.

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Was wie das Schicksal einer Fremden klingt, ist die Geschichte einer jungen Mutter aus Kronach. Einer Frau, die gearbeitet hat – in der Gastronomie und im Garten- und Landschaftsbau – die organisiert, angepackt, gemacht hat. Heute funktionieren noch drei Finger. Alles andere geht nur mit Hilfe. Jana Eberth ist im Landkreis keine Unbekannte: Sie ist die Tochter von Mario Minutella, Inhaber der Pizzeria „Vecchia Casa“ in der oberen Stadt in Kronach. Vor ihrer Krankheit hat sie dort selbst oft die Gäste bedient.

Auf ihre Situation aufmerksam wurde die Redaktion durch eine Pressemitteilung der Online-Spendenplattform „Gofundme“. Dort schildert Jana Eberth ihre Geschichte selbst – offen, direkt, ohne Beschönigung – und bittet um finanzielle Unterstützung für kostspielige Anschaffungen und Umbauten, die ihr möglichst lange ein Leben zu Hause bei ihrer Familie ermöglichen sollen.

Der Traum vom behindertgerechten Kleinbus ist bereits erfüllt worden. Foto: privat

„Ich bin Jana, 33 Jahre alt, Mutter einer Achtjährigen, komme aus Oberfranken - und war von einem auf den anderen Tag querschnittsgelähmt“, schreibt sie. Jahrelang seien ihre Schmerzen als Bandscheibenvorfälle fehlinterpretiert worden. Dann die bittere Wahrheit. Therapien folgten, Hoffnungen, Rückschläge. „Anfangs war die Stimmung noch ‚Fuck cancer!‘, doch mit der Zeit zeigte sich: Es wird nichts mehr wie früher.“

Nichts mehr wie früher – das bedeutete auch: den Beruf aufgeben. Finanzielle Sorgen. Und schließlich der schwerste Schritt neben der Diagnose: Sie und ihr Mann mussten ihr geliebtes Eigenheim verkaufen. Das Haus, in dem ihre Tochter aufwuchs. Ein Zuhause, das Sicherheit bedeutete. Doch als klar wurde, dass Jana Eberth dauerhaft auf Pflege angewiesen sein würde und das Geld immer knapper wurde, blieb keine andere Wahl. Die Familie zog ins Haus der Schwiegereltern mit ein. Dort gibt es zumindest einen barrierefreien Zugang.

Schwieriger Alltag

Doch der Alltag bleibt schwierig. Außer dem Pflegebett ist kaum etwas an ihre Bedürfnisse angepasst. Duschen, Toilettengang – vieles funktioniert nur mit Unterstützung. Rampen werden eingebaut, improvisiert, organisiert. Und ohne Auto geht aufgrund der Hanglage des Hauses praktisch nichts.

Jana kuschelt mit ihrer kleinen Tochter im Krankenhausbett. Foto: privat

„Ich will, solange es irgendwie möglich ist, zuhause wohnen. Ich will mit meiner Tochter kuscheln, mit meinem Mann Zeit verbringen, die Katzen streicheln und vor dem Haus in der Sonne sitzen und am Leben teilhaben“, schreibt Jana Eberth auf der Spendenseite. Um das möglich zu machen, hat sie ein Spendenziel von 20.000 Euro angegeben – für ein behindertengerechtes Fahrzeug, den barrierefreien Umbau des Badezimmers und weitere kleinere Anschaffungen, die nötig sein werden.

19.000 Euro in sieben Tagen

Leicht fällt ihr das nicht: „Wer mich kennt, weiß, dass ich noch nie gern nach Hilfe gefragt habe. Jetzt bei allem auf die Unterstützung anderer angewiesen zu sein, fühlt sich grauenhaft an. Mein Mann pflegt mich so gut er kann, obwohl er selbst gesundheitliche Probleme hat.“

Fast 19.000 Euro (Stand: Donnerstagnachmittag) sind in den vergangenen sieben Tagen, seit die Aktion online gegangen ist, bereits eingegangen – eine Welle der Solidarität, mit der die Familie offenbar selbst nicht gerechnet hatte. In einem aktuellen Update schreibt Jana Eberth: „Die erste Auszahlung ist erfolgt. Wir sind überwältigt von den Spenden, die uns erreicht haben!“ Dieser enorme Zuspruch schenke der Familie Kraft und Hoffnung. Ein großer Dank gehe an alle, die sie finanziell und emotional unterstützen. „Eines unserer Ziele konnten wir dank euch bereits ermöglichen“, freut sich die junge Frau und postet dazu zwei Bilder eines weißen, behindertengerechten Kleinbusses.

Wer Jana Eberth und ihre Familie finanziell unterstützen möchte, kann über die Plattform „Gofundme“ unter folgendem Link eine Spende einreichen: www.gofundme.com/f/jana-minutella