"Unsere Wiedererkenner haben bereits mehrfach gezeigt, welchen konkreten Mehrwert sie für die Polizeidirektion Dresden bieten. Ob bei Fußballspielen, in Ermittlungsverfahren oder bei nächtlichen Einsatzlagen: Sie erkennen Personen, die anderen verborgen bleiben, und schaffen damit wichtige Ermittlungsansätze", sagt Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig. Die Identifizierung Tatverdächtiger sei dabei nicht nur ein Fahndungserfolg. Sie könne unmittelbar dazu beitragen, Straftaten aufzuklären, Gefahren zu verhindern und Beamte gezielter einzusetzen.
Dresdner Polizei rekrutiert Wiedererkenner aus den eigenen Reihen
Die Fähigkeit zum Wiedererkennen sei weder an das Geschlecht noch an den Bildungsstand oder sozialen Status gebunden, berichtet die 25-Jährige. "Eine Reinigungskraft kann die Begabung genauso besitzen wie ein Professor. Man braucht kein Abitur, damit es besser funktioniert." Die Dresdner Polizei rekrutiere ihre Wiedererkenner aber nur aus den eigenen Reihen. Mit psychischem Druck müsse jeder Polizist umgehen. Bei den Wiedererkennern gehe es auch um den Druck, möglicherweise etwas verpasst oder nicht alles gesehen zu haben.
Dass eines Tages Künstliche Intelligenz (KI) den Job der Recognizer gänzlich übernehmen kann, glaubt die Dresdner Polizistin nicht. "Natürlich wird KI immer besser und findet auch schneller Gesichter - vor allem, wenn es um große Bildmengen oder Dateimengen geht. Aber die Frage ist immer, wie zuverlässig ist so eine KI, und will ich meine Entscheidung davon abhängig machen?" Solange eine KI nicht fehlerfrei arbeite, bleibe das Wiedererkennen Hand- oder besser Augenarbeit.