Ein Mann überquert an diesem warmen Dienstagvormittag den Zebrastreifen vor der Polizeiwache. Die Autos, die zu gleicher Zeit durch die Ernststraße in Neustadt bei Coburg fahren, lassen sich mit den Fingern einer Hand abzählen. Mehr ist auf einer der wichtigsten Wege im Zentrum der Puppenstadt nicht zu sehen. Gerald Storath überblickt von seinem Büro im ersten Stockwerk des gelb gestrichenen neoklassizistischen Gebäudes aus das Geschehen. Als er die aktuelle Kriminalstatistik des östlichen Landkreises Coburg auf den Besprechungstisch legt, zeigt die Ernststraße, was sich ihm und seinen Kollegen vergangenes Jahr bot: „Es war weniger los auf den Straßen“, fasst der Leiter der Polizeiinspektion das zweite Pandemie-Dienstjahr zusammen.