Portugal siegt spät Doppelschlag zwingt Ungarn in die Knie

Ungarns Torhüter Peter Gulacsi hielt lange seinen Kasten sauber. Hier ärgert sich Ronaldo, der aber später doch zweimal traf. Foto: /Laszlo Balogh/dpa

Die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber halten gegen den großen Favoriten Portugal­ bis zur 84. Minute ein 0:0. Am Ende­ steht es 0:3.

Budapest - Superstar Cristiano Ronaldo und BVB-Ass Raphael Guerreiro haben Titelverteidiger Portugal an einem Abend der Rekorde einen erfolgreichen Start in die EM beschert. Im ersten Spiel der deutschen Gruppe gewannen die teils drückend überlegenen Portugiesen in Budapest gegen Ungarn erst durch einen eindrucksvollen Schlussspurt mit 3:0 (0:0). Dabei wurde Ronaldo mit seinem zehnten und elften EM-Treffer zum alleinigen Rekordtorschützen, zudem kam er als erster Spieler bei fünf Endrunden zum Einsatz.

Vor der in Pandemie-Zeiten außergewöhnlichen Kulisse von 67 000 Zuschauern in der Puskas-Arena gelangen Guerreiro (84.) und dem 36 Jahre alten Ronaldo (87., Foulelfmeter/90.+2) in seinem 22. EM-Einsatz - ebenfalls Rekord – späte Tore gegen den bis dahin überragenden Ungarn-Keeper Peter Gulacsi.

Ronaldo überflügelte damit Frankreichs Legende Michel Platini. Dieser hatte für seine neun Treffer allerdings nur eine Endrunde mit fünf Spielen beim französischen Triumph 1984 benötigt.

Ronaldo, der mit nun 106 Treffern in 176 Länderspielen dem iranischen Weltrekordler Ali Daei (109) näherkam, kann seine Torserie am Samstag (18 Uhr) in München gegen die DFB-Elf ausbauen – gegen Deutschland hat er seit seinem Länderspiel-Debüt vor 18 Jahren in vier Duellen noch nie getroffen. Für Ungarn, den krassen Außenseiter in der Hammergruppe F, geht es am Samstag (15 Uhr) gegen Weltmeister Frankreich schon fast um die letzte Achtelfinal-Chance.

„Rekorde sind nicht das Ziel. Sie kommen von alleine“, hatte der fünfmalige Weltfußballer Ronaldo vor dem Duell mit den Ungarn gesagt, in dem die Portugiesen den positiv auf Corona getesteten Rechtsverteidiger Joao Cancelo von Manchester City verzichten mussten: „Aber das erschüttert und beeinflusst uns nicht.“

Lange sah es nach einer Überraschung aus. Szabolcs Schön traf sogar nach einer tollen Aktion tatsächlich zum vermeintlichen 1:0 (80.) – in die Ekstase kam aber der Abseitspfiff. Und dann schlug Portugal zu. sid

 

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