„Possecker“ in Tettau Neuanfang mit Tradition

Beim Gasthof Possecker in Tettau geht’s weiter. Benjamin und Nancy Baier haben viele Pläne.

Beleben die Traditionsgaststätte Possecker wieder: Nancy und Benjamin Baier. Foto: privat

Während im Landkreis Kronach zum Jahresende hin einige Wirtshäuser ihre Schließung bekannt gegeben hatten (diese Zeitung berichtete), wagen Benjamin und Nancy Baier, die langjährigen Pächter der Tettauer Festhalle, den Neustart mit dem Traditionsgasthof Possecker in der Glasmachergemeinde. An diesem Montag schließen sie erstmals ihr „neues“ Wirtshaus auf. Das Gasthaus war 157 Jahre in Familienbesitz. Die vergangenen fünf Jahre führte es Philip Müller als entfernter Verwandter. Allerdings orientierte er sich im Jahr 2021 beruflich um, der „Possecker“ wurde dauerhaft geschlossen.

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Kindheitserinnerungen

Das Gasthaus Possecker stand lange für gutbürgerliche fränkische Küche. Nach einem anderen gastronomischen Konzept in den vergangene Jahren wollen Benjamin und Nancy Baier die geschichtliche Tradition des Wirtshauses nun wieder aufleben lassen. „Mich verbindet eine prägende Kindheitserinnerung mit dem Gasthof. Vor 30 Jahren durfte ich bei Max Kraus am Skilift Karten knipsen. Für die Tätigkeit habe ich zehn Mark bekommen – die habe ich dann bei Possecker in ein paar Wiener und eine Cola investiert“, erinnert er sich. Viele eigene Familienfeiern wie Erstkommunion oder Hochzeiten feierte die Familie Baier dort. „Letztendlich habe ich wie viele andere meine komplette Jugend dort verbracht“.

Unterstützung

Das Ehepaar führt das Gasthaus künftig im Nebenerwerb und bleibt seinen beruflichen Tätigkeiten im Rettungsdienst sowie im gegenüberliegenden Ladengeschäft treu. Zunächst werden sie an drei Tagen – am Montag, Freitag und Sonntag – jeweils ab 17.30 Uhr öffnen. Nach Absprache sind auch wieder Familien- und Firmen- beziehungsweise Vereinsfeiern möglich. Neben den bekannten Gasträumen können im neu renovierten und umgestalteten Saal künftig bis zu 60 Personen bewirtet werden. „Wir werden eng mit unserem Nachbarn, Michael Kaiser vom Gasthaus Anno Domini, zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen“ erklärt Nancy Baier. „Außerdem verbindet uns eine familiäre Freundschaft zur Gastwirtsfamilie Daum des Haßlacher Landgasthofes Porzelt, die uns ebenso unterstützen wird.“

Altwirt am Zapfhahn

Die neu renovierten und eingerichteten Gästezimmer, die derzeit noch teilweise mit geflüchteten Frauen aus der Ukraine belegt sind, werden als solche auch wieder angeboten, sobald die Frauen in ihre Heimat zurückkehren.

Auch Altwirt Rainer Tröbs freut sich, dass es mit „seinem“ Gasthaus nun doch weiter geht. Er selbst steht mit Rat und Tat zur Verfügung und sicherlich auch das eine oder andere Mal am Zapfhahn.