Preise gehen in die Region Erstklassige Weine aus Haßberge

red

Das Weingut Jürgen Hofmann hat den Bayerischen Staatsehrenpreis erhalten. Der Ehrenpreis des Landkreises Haßberge geht an das Weingut A. und E. Rippstein.

Über den Bayerischen Staatsehrenpreis – der höchsten Auszeichnung für Winzer im Freistaat Bayern – kann sich das Weingut Jürgen Hofmann aus Sand freuen. Unser Bild zeigt (von links): die Fränkische Weinprinzessin Emmi Wendemuth, Artur Steinmann (Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes), Winzer Jürgen Hofmann, Hubert Bittlmayer (Amtschef des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums), Winzersohn David Hofmann und die Fränkische Weinprinzessin Linda Keller. Foto: Rudi Merkl/Fränkischer Weinbauverband

Die Weinlese im Abt-Degen-Weintal ist geschafft, die neuen Weine reifen im Keller. Die Ernte nährt die Hoffnungen der Winzer auf eine Krönung des Weinjahres, das erneut herausfordernd war. Es gab viel Regen, aber auch genügend Sonne – alles in allem gute Bedingungen für den Weinbau. „Man kann sich auf den Jahrgang 2023 freuen“, prognostiziert der Präsident des Fränkischen Weinbauverbands Artur Steinmann. Aber auch aktuell haben die Winzer allen Grund zum Feiern: der Medaillenregen bei der Fränkischen Wein- und Sektprämierung am Dienstag im Staatlichen Hofkeller in Würzburg zeigte einmal mehr, dass das Abt-Degen-Weintal beim Thema hochklassige Weine ein wichtiges Wörtchen mitzureden hat. Die Winzer sahnten insgesamt 22 Mal Gold, 45 Mal Silber und 12 Mal Bronze ab. Zusätzlich kann sich das Weingut Jürgen Hofmann über den Bayerischen Staatsehrenpreis freuen und das Weingut A. und E. Rippstein erhielt den Ehrenpreis des Landkreises.

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Sand am Main ist bekannt als Weinbaugemeinde am Eingangstor des Steigerwaldes. Bereits in vierter Generation bewirtschaftet Jürgen Hofmann hier, ganz im Osten des fränkischen Anbaugebietes, inzwischen den Weinbau. Begonnen hat die Geschichte des Weinbaus in der Familie mit Urgroßvater Martin, der bis heute den Hausnamen „Matla“ geprägt hat. Spätestens bei seinen Eltern entwickelte sich der Weinbau, neben der Herstellung von Korbwaren, zu einem wichtigen Standbein. Heute bewirtschaftet Jürgen Hofmann die 1,5 Hektar Weinberge im Nebenerwerb. Dabei packen alle – Jung und Alt – in dem Familienbetrieb mit an.

Rot gedeiht neben Weiß

In der Lage Sander Himmelsbühl stehen die Reben auf dem wärmespeichernden verwitterten Keuperboden. Neben Silvaner, Müller-Thurgau, Bacchus, Kerner und Weißburgunder gedeihen hier auch die roten Sorten Portugieser, Dornfelder und Regent. Für den Verkauf ab Haus hat sich die große Sortenvielfalt bestens bewährt. Vom genussvollen Schoppenwein über Spezialitäten wie Blanc de Noir bis hin zu lieblichen Raritäten und im Barrique ausgebauten Rotweinen findet jeder etwas für seinen Geschmack.

Mit großem Geschick und Leidenschaft strebt Jürgen Hofmann stets höchste Qualität an und prägt die Weine nach seiner Philosophie: markant, bodenständig, mit individueller Persönlichkeit. Ertragsreduzierung und eine selektive Handlese sind für ihn genauso selbstverständlich wie eine schonende Kellerwirtschaft. Bereits viermal erhielt sein Betrieb den Ehrenpreis des Landkreises Haßberge, 2020 gab es erstmalig den Bayerischen Staatsehrenpreis. Der zweite Staatsehrenpreis ist nun das Sahnehäubchen und unterstreicht die, über viele Jahre bestehende, herausragende Weinqualität. Das Weingut A. und E. Rippstein aus Sand steht wiederholt auf dem Siegertreppchen. Dieses Jahr konnte dessen 2018er „Cuvée Anna“ die Fachjury, besetzt mit Weinexperten, überzeugen. Sie waren sich einig: Der trockene Rotwein, gereift im Barrique und aus den Rebsorten Domina und Merlot gekeltert verdient nicht nur eine Goldmedaille, sondern auch den Ehrenpreis des Landkreises Haßberge. Dieser Auszeichnung würdigt vor allem die hervorragende Qualität des Weines. Gleichzeitig berücksichtigt sie die Prämierungsquote der vergangenen Jahre, was auf kontinuierliche Qualität hindeutet.

„Hoffnung für die Welt“

Der Landkreis-Ehrenpreis war in diesem Jahr ein Gemälde der jungen Künstlerin Eva Neukamm aus Würzburg, das den Titel „Hope“ trägt. Es zeigt eine Welt in Aufruhr in Zeiten des Krieges und des Klimawandels. Am oberen Rand des Bildes ist ein zartes grünes Pflänzchen zu sehen, das sehr fragil und zerbrechlich wirkt. Dieses Pflänzchen steht als Metapher für uns Menschen oder unsere Weinreben. Noch ist die Pflanze grün und es besteht noch immer berechtigte Hoffnung, dass die Menschen den Klimawandel und diese unruhigen Zeiten meistern.

Die Familie A. und E. Rippstein betreibt seit Generationen anspruchsvollen Weinbau in Sand. Alles begann damit, dass die Familie ursprünglich nur Wein für den eigenen Verzehr und später für die Heckenwirtschaft produzierte. Als der Vater der Familie und der älteste Sohn, der den Betrieb später einmal leiten sollte, unerwartet starben, sprang der jüngste Sohn Mathias ein und übernahm 1997, also vor 26 Jahren, den Familienbetrieb. Dies war ursprünglich zwar nicht sein berufliches Ziel, er hatte die Ausbildung zum Restaurantfachmann und zum Sommelier absolviert und in zahlreichen Restaurants und Kreuzfahrtschiffen gearbeitet. Aber der damals 26-Jährige hatte den Mut, alles hinter sich zu lassen, er kehrte wieder in seine alte Heimat nach Sand zurück und bildete sich zusätzlich zum Landwirtschafts- und Winzermeister weiter.

Authentische Weine

Nach und nach baute Mathias Rippstein den Weinbaubetrieb zu einem vielfach ausgezeichneten Weingut aus, das weit über die Landkreisgrenze hinaus bekannt ist für seine exzellenten Weine. Von Anfang an war es dem Winzer ein großes Anliegen, authentische Weine im Einklang mit der Natur zu erzeugen, die Landschaft und Liebe erkennen lassen. Sein hoher Anspruch an den Wein ist von Erfolg gekrönt: Seit vielen Jahren spielt das Weingut im Konzert der Großen ganz vorne mit und lässt regelmäßig bei Verkostungen und Wettbewerben aufhorchen. Großes Gold beim internationalen Wettbewerb „Mundus Vini“ und mehrfach Sieger bei „Best of Gold“ sind nur zwei Beispiele der hohen Auszeichnungen, die das Streben nach hoher Qualität belohnen. Kein Wunder, das Mathias Rippstein auch bei der Fränkischen Weinprämierung bereits drei Mal in Folge den Bayerischen Staatsehrenpreis – er gilt als „Oscar“ der Weinbranche bekommen hat. Diese hohe Auszeichnung wird für dauerhaft hervorragende Ergebnisse bei der Qualitätsweinprüfung verliehen und spiegelt damit das Können von Winzern und Kellermeistern wider. Den Landkreisehrenpreis erhielt der Sander Winzer bereits zum zehnten Mal.

Stellvertretender Landrat Oskar Ebert würdigte das Engagement der Weinmacher, die es Jahr für Jahr schaffen, trotz der unterschiedlichen Rahmenbedingungen Weine auf höchstem Niveau zu kreieren. „Die prämierten Weine bestätigen das hohe Leistungsniveau unserer Winzer“, freute sich der Landratsstellvertreter über den Medaillenregen und betonte, dass es kein Zufall sei, wenn ein Wein in die Spitzenklasse aufgenommen wird, sondern das Ergebnis jahrelanger Arbeit.

Weitere Informationen zu den Winzern und ihren prämierten Weinen gibt finden sich auch Internet unter der Adresse www.frankenwein-aktuell.de.