Sein großer Erfahrungsschatz ist nun auch bei Herstellern von Hufeisen und Werkzeugen rund um die Hufschmiedearbeit gefragt, sodass Markus Bottenberg inzwischen bei einer der ältesten Firmen von Schweden beschäftigt ist und hier sehr viele Hufschmiedebetriebe aufsucht, wie auch den in Ebelsbach. „Hufschmied ist einer der ältesten Beruf, aber er hat sich sehr geändert“, sagt Markus Bottenberg. „Heute kommen auch nicht mehr die Pferde in die Schmiedewerkstatt, sondern der Schmied mit seiner mobilen Werkstatt zum Pferdebesitzer.“ Ganz wichtig sei, dass die Arbeit des Hufschmiedes am Pferde regelmäßig geschehe: „Das ist wichtig für die Gesundheit des Pferdes – und für die ist der Hufschmied verantwortlich.“
Ein Sportpferd müsse alle vier bis sechs Wochen und ein Freizeitpferd ca. alle acht Wochen beschlagen werden. Daraus folgt, dass der Hufschmied mit dem Pferd oft mehr verbunden sei als der Reiter, der ja den Sattel dazwischen hat. „Man gewöhnt sich auch an die Pferde. Bei manchen habe ich schon den Hengst, die Stute und das Fohlen beschlagen“, lacht Bottenberg. Schließlich habe man auch eine größere Verantwortung und das gelte besonders für Sportpferde, bei denen alles ganz präzise ausgeführt werden müsse: „Da können schon ein Zehntel Millimeter oder ein falsch ausgeschnittenes Huf die Medaille kosten oder dem Pferd einen Schaden zufügen.“
Die Aufgaben der ersten Bayerischen Hufschmiedemeisterschaft erfordern das gesamte Können der Hufschmiede. Zwei Hufeisen in 60 Minuten, eines davon als „Überraschungseisen“. Dann ein „Speed-Wettbewerb“, ein vorgefertigtes Paar in 20 Minuten, bei dem vor allem immer wieder das Aufwärmen des Eisens dem einen oder anderen Zeitprobleme bereitete. Schließlich dann der „Open Class Eagle Eye“-Wettbewerb, wo der Schmied ein Huf zehn Sekunden lang von allen Seiten anschauen kann und sein Eisen danach anfertigen muss. Für die Finalprüfung müssen dann auch noch Hufeisen geschmiedet und ein Pferd damit beschlagen werden. Den beiden Juroren Paul Robinson aus Schottland und Hans Maier aus der Schweiz kommt dann die verantwortungsvolle Aufgabe zu, die Hufe und damit die Arbeit der Hufschmiede zu gewichten.