Pressig Erfolgsgeschichte am Pizza-Ofen

Als Cosimo Sasso vor 50 Jahren von Italien nach Deutschland kam, konnte er nicht ahnen, wie lange er hier bleiben würde. Heute denkt er nicht mehr daran, weg zu gehen.

Pressig - Cosimo Sasso ist vor mehr als einem halben Jahrhundert als 17 Jahre junger Gastarbeiter aus Italien nach Deutschland gekommen. Der Wirtschaftsboom lockte damals viele Italiener, Spanier, Portugiesen, Griechen oder Türken in die Bundesrepublik. Nicht alle blieben für immer. Cosimo Sasso schon. Mittlerweile schaut der gelernte Schuster auf eine über 40 Jahre dauernde Selbstständigkeit als Gastronom und Inhaber der Pizzeria "Zur Krone" in Pressig zurück. Darüber hinaus engagiert sich Sasso, der inzwischen Deutscher ist, in Vereinen ehrenamtlich.

Dieser Tage blickt Cosimo Sasso gerne zurück. Er erzählt der NP von seinem bisweilen steinigen und schwierigen Weg bis zum Pizzeria-Besitzer. Davon, dass er einige Tiefen meistern musste. So wie jetzt auch, in der Corona-Krise.

Es war 1979, als er den leer stehenden Gasthof "Zur Krone" im Zentrum von Pressig übernahm. Inzwischen ist der in Canosa di Puglia in der Region Apulien an der Ostküste Süditaliens geborene "Cosi" im Frankenwald ein Original. Über München und Nürnberg, wo er als 17- Jähriger auf dem Bau anpacken musste, war er 1970 nach Schney gekommen und arbeitete einige Zeit in der Korbwarenindustrie.

Der Sprung in die Selbstständigkeit war dennoch gut vorbereitet. "Das Pizzabacken hatte ich schon bei meiner Mutter gelernt", sagt er schmunzelnd und erwähnt, dass er weitere Feinheiten, hauptsächlich für in Deutschland beliebte Pizzas, sich in den fast zehn Jahren zuvor an verschiedenen Orten in Deutschland selbst angeeignet habe. Trotz seiner vielfachen ehrenamtlichen Einsätze konnte er im Laufe der vergangenen Jahre drei Kochbücher herausbringen, die aber nicht nur Pizza-Kreationen enthalten. Ein viertes Kochbuch sei in Vorbereitung.

Kein großes Problem war die Sprachbarriere. Die deutsche Sprache hat er sich, wie auch das Pizzabacken, ohne fremde Hilfe angeeignet. Was auch dazu führte, dass er verschiedene Akzente spricht und auch viel Pressiger und fränkische Redewendungen in Mundart in seinem Wortschatz enthalten sind. "Ich habe aufgeschnappt, was so geplaudert wurde, und setze dies so um wie mir der Schnabel gewachsen ist, mich verstehen alle", sagt er lachend.

Besonders lagen ihm immer die Vereine am Herzen. Neben seinen aktiven Zeiten als Fußballer und Basketballer beim FC Pressig, engagierte er sich als erfolgreicher Damen- und Jugendtrainer und aktiver Tennisspieler sowie in weiterer mehrfacher Funktion über 35 Jahre beim TC Rothenkirchen. Bis heute ist er Mitglied in der CSU Welitsch, bei den Motorradfreunden, bei der Volkstanzgruppe, bei 1860er und Bayern-Fans in Welitsch sowie in Hirschfeld beim Fußballclub und FC Bayern-Fanclub. Seit Jahren ist er 2. Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Markt Pressig und steht, wie auch bei anderen Vereinen, gerne hilfsbereit zu Festen und Feierlichkeiten mal für ein paar Stunden am Grill.

In der aktuell für Gastronomen stillen Corona-Zeit widmet sich "Cosi" einem Gebäude-Objekt an der Hauptstraße in Pressig, wo er Wohnungen einrichten will. Weiter arbeitet er an pikanten Neukreationen verschiedener Pasta- und Pizzavariationen.

 
 

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