Was also tun? „Wir wollen beim Landkreis und der Staatsregierung einfordern, dass wir in diesem Bereich besonderen Bedarf anmelden können“, sagt Bürgermeister Jürgen Hennemann. Dadurch könne man einfacher das Vorkaufsrecht der Kommunen geltend machen, so Jürgen Hennemann. In Unterfranken sei dies bislang nur in Aschaffenburg und in Kitzingen möglich. Die Probleme, die man bisher eher aus Ballungszentren kannte, sind aber längst auf dem Land angekommen. „Selbst im ländlichen Bereich bekommen wir nicht alle Wohnungssuchenden unter“, sagt der Bürgermeister.
Mit dem Problem steht Ebern nicht allein da. Auch die kommunale Allianz „Lebensregion plus“ im Maintal spricht von einer „akuten Notlage“, was Wohnraum zu vertretbaren Preisen im Haßbergkreis betrifft und sieht dringenden Handlungsbedarf. Daher hat sich der Zusammenschluss aus Städten und Gemeinden (unter anderem Eltmann, Knetzgau, Sand und Zeil) im Frühjahr dieses Jahres in einem Schreiben an Landrat Wilhelm Schneider (CSU) gewandt. „Wir waren der einhelligen Meinung, dass wir angesichts der akuten Notlage als Städte und Gemeinden nicht untätig bleiben können, dass wir aber in der Umsetzung alleine völlig überfordert sind“, hieß es in dem Brief. Gefordert wurde unter anderem, eine Wohnbaukonferenz einzuberufen, „um mit Behörden, Betroffenen, Bauträgern und weiteren externen Fachleuten die Situation im Landkreis zu beraten und gemeinsam nach Lösungswegen zu suchen“. Auch die Gründung einer landkreisweiten Wohnbaugesellschaft sei denkbar.
Zurück nach Ebern. Hier geht es zumindest an der Baustelle an der Xaver-Mayr-Galerie am Stadtberg mittlerweile weiter voran – Ende 2023 sollen die Arbeiten beendet sein. Und auch bei weiteren Bauprojekten im Landkreis habe man keine Probleme, wie eine Nachfrage beim Hochbauamt in Haßfurt ergibt: „Bei uns laufen die Baustellen, wie Friedrich-Rückert-Gymnasium und Heinrich-Thein-Berufsschule Haßurt nach Plan“, vermeldet Behördensprecherin Monika Göhr. Bisher seien keine Defizite erkennbar. Und: „Auch unser Straßenbau ist nicht betroffen.“
Nach wie vor geplant, aber ebenfalls im Pausenmodus befinden sich dagegen drei weitere Projekte, die das Eberner Gemüt bewegen: So sei nach wie vor offen, wie es mit dem heiß diskutierten Hochregallager-Bau bei Eyrichshof weitergehe, wie Bürgermeister Jürgen Hennemann informiert. Materialmangel hatte hier den Planungen zu schaffen gemacht. Weiter geplant sei in jedem Fall die Erweiterung von Mandrops in der Bahnhofstraße, wenngleich auch hier Material- und Handwerkermangel vor Herausforderungen stellen. Und auch beim Thema Hotel und Konzerthalle im Stadtteil Weißenbrunn soll es im Herbst weitergehen. Wie der Bürgermeister sagt, soll das Vorhaben insgesamt etwas reduziert werden. Nachdem die Bauherren offenbar aber ein weiteres Grundstück dazu erwerben konnten, wird es ohnehin eine erneute Änderung des Bebauungsplans mit Beteiligung der Öffentlichkeit geben. Dies soll voraussichtlich in der Septembersitzung des Stadtrates auf der Tagesordnung stehen.