Die „Omas gegen Rechts“ sind nicht mehr allein: „Coburg gemeinsam gegen Rechtsextremismus“ kündigt eine Demo gegen den Film über eine vermeintliche Impfverschwörung an.
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„Nur ein Piks – Im Schatten der Impfung“ heißt der Film vom AfD-nahen Regisseur Mario Nieswandt aus Brandenburg. Darin werden laut Medienberichten im Film-Trailer und auch in Interviews des Filmemachers vor allem gängige Verschwörungstheorien zur Covid-Impfung verbreitet. Die Frankfurter Rundschau schreibt beispielsweise in einem Artikel: „In dem Film kommen Corona-Leugner, Vertreter der Esoterik-Partei ‚Die Basis’ und der AfD als Experten zu Wort.“
Nun hat das Bündnis „Coburg gemeinsam gegen Rechtsextremismus“ zu einer Demo aufgerufen. Ein Sprecher schreibt unserer Redaktion zu den Gründen des Aufrufs, dass der Film nachweislich einen rechtsextremen Ursprung habe. Wie bereits berichtet, distanziert sich der Filmemacher Mario Nieswandt zwar von einer Parteimitgliedschaft bei der AfD. Doch bei der Kommunalwahl im Landkreis Märkisch-Oderland ist er für die AfD gelistet worden. Nachweislich war er auch für das rechtspopulistische Magazin „Compact“ tätig.
Das Bündnis schreibt zum Film: „Der Trailer sowie die Einschätzungen von Experten, die den Film gesehen haben, deuten darauf hin, dass der medizinisch-wissenschaftliche Kenntnisstand zum Sicherheitsprofil der Covid-19-Impfstoffe sowie die Bewertungen offizieller Stellen wie des Paul-Ehrlich-Instituts weitgehend ignoriert werden. Stattdessen werden tragische Einzelfälle in den Fokus gerückt und Korrelationen präsentiert, die weder fundiert noch aussagekräftig sind und lediglich unbegründete Verdachtsmomente erzeugen.“
Olivia Wyglenda vom Bündnis „Coburg gemeinsam gegen Rechtsextremismus“ erklärt dazu: „Mit der bewussten Polarisierung und Provokation stellt sich die Partei wiederholt gegen eine wissenschaftlich fundierte Sichtweise und gefährdet damit Demokratie und Zusammenhalt.“ Ihr Bündniskollege Oliver Pieschel ergänzt: „Unsere Stadt steht für Vielfalt und Demokratie. Die Verbreitung von gezielten Fehlinformationen und die Spaltung der Gesellschaft haben bei uns keinen Platz.“ Das Bündnis warnt vor einer „bewussten Instrumentalisierung der Pandemie“.
„Coburg gemeinsam gegen Rechtsextremismus“ ruft wie zuvor bereits die „Omas gegen Rechts“ zur Demo vor dem Coburger Kongresshaus am Montag, 18. November 2024, ab 18.15 Uhr auf. An dem Bündnis beteiligen sich der DGB Coburg, SPD und Jusos Coburg Stadt & Land, Grüne und Grüne Jugend, die Linke, Evangelische Erwachsenenbildung, Fridays For Future, Bürgerkreis Umwelt Lautertal, Freie Wähler Coburger Land und die Omas gegen Rechts.