Protest der Dienstleister Verdi weitet Streik auch in Coburg aus

Nachdem der Ausstand in der Faschingswoche vor allem in der Sana-Klinik stattgefunden hat, sind jetzt auch das Landestheater und der öffentliche Dienst aufgerufen.

Auch Flughäfen hat die Gewerkschaft Verdi bestreikt, wie in Hamburg, Frankfurt und München. Nun kündigt die Gewerkschaft eine Ausweitung des Streiks ebenso in Coburg an. Foto: picture alliance/dpa/Christian Charisius

Die Dienstleistergewerkschaft Verdi geht beim nächsten Aufruf zum Warnstreik für Donnerstag und Freitag einen Schritt weiter. Wie bereits berichtet haben sich in der Stadt Coburg die Streikaktivitäten vor allem an der Sana-Klinik abgespielt. Nun ruft die Gewerkschaft in Stadt und Landkreis neben dem Krankenhaus-Personal auch die Stadt- und Landkreis-Arbeitskräfte, Mitarbeiter des Müllheizkraftwerks, der Sparkasse Coburg-Lichtenfels und des Landestheaters Coburg auf, wie auch das Verwaltungspersonal der Stadt Bad Rodach.

Nach der Werbung weiterlesen

Verdi ruft zum Protest vor der dritten Verhandlungsrunde auf

Daneben sind auch unter anderem die Behörden im Verdi-Bezirk West-Oberfranken in Lichtenfels, Bad Staffelstein, Bamberg, Forchheim und Eggolsheim aufgerufen. Sie alle sollen sich an der zentralen Kundgebung in Nürnberg beteiligen. Busse fahren aus allen genannten Orten nach Nürnberg.

Wie Verdi am Montagnachmittag mitteilt, haben sich in ganz Bayern in der Faschingswoche mehr als 10000 Beschäftigte an der Arbeitsniederlegung beteiligt. Vor der dritten Verhandlungsrunde in der Tarifauseinandersetzung mit den Arbeitgebern des öffentlichen Diensts, will die Gewerkschaft noch einmal alle Kräfte mobilisieren.

Gewerkschaft streikt nun auch verstärkt in Coburg

„Wir erhöhen jetzt weiter den Druck in der Tarifauseinandersetzung, um in der dritten Verhandlungsrunde ein diskussionsfähiges Angebot zu erhalten. Für die Streiks sind die Arbeitgeber verantwortlich, die sich einer schnellen Einigung bisher verweigert haben“, erklärt Dirk Schneider, stellvertretender Geschäftsführer im Verdi-Bezirk Oberfranken-West.

Am Donnerstag und Freitag sei mit massiven Einschränkungen unter anderem bei der Müllentsorgung, der Straßenreinigung, den Kindertagesstätten und den Krankenhäusern zu rechnen. Notdienste seien aber jederzeit gewährleistet, teilt Verdi mit.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) fordert in der Tarifrunde von Bund und Kommunen 2025 ein Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten, teilt die Gewerkschaft mit. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikumsentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden.

Außerdem fordert Verdi drei zusätzliche freie Tage, um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll zudem ein „Meine-Zeit-Konto“ sorgen, über das Beschäftigte selbst verfügen können, erklären die Verdi-Verantwortlichen. Die nächste Verhandlungsrunde findet von 14. bis 17. März in Potsdam statt.