"Paukenschlag für die gesamte Branche"
Professor Christian Solmecke, einer der führenden Digital-Fachanwälte in Deutschland, wertete das Urteil der Jury in Los Angeles als einen "echten Paukenschlag – nicht nur für Meta und Google, sondern für die gesamte Social-Media-Branche." Entscheidend sei der juristische Ansatz der Klägerseite: Statt wie bisher üblich die Plattformen für konkrete Inhalte haftbar machen zu wollen, haben man hier auf das Produktdesign abgestellt. "Die Argumentation lautete: Funktionen wie endloses Scrollen, Autoplay und algorithmische Empfehlungen sind bewusst so gestaltet, dass sie süchtig machen – und genau darin liegt der Produktfehler." Damit hätten die Anwälte geschickt den Schutzschild des US-Rechts umgangen, das die Plattform bislang weitgehend von der Haftung für Nutzerinhalte freistellt (Section 230 des Communications Decency Act).