Radweg soll im Frühjahr fertiggestellt werden Zauneidechsen verzögern erneut Bau

Günther Geiling

Um Radfahrern Sicherheit zu geben, wurde auf der Kreisstraße Has 46 ein Radweg angelegt. Da an einer bestimmten Stelle aber geschützte Tiere zu finden sind, musste der Bau pausieren – der Radweg endet im Nirgendwo.

Auch eine Möglichkeit, den Rad- und Fußweg nach 350 Metern einfach in der „Prärie“ enden zu lassen. Foto: /Günther Geiling

Burgpreppach - Mit einem erheblichen finanziellen Aufwand haben im letzten Jahr die Gemeinde Burgpreppach und der Landkreis Haßberge die Kreisstraße Has 46 zwischen Ibind und der Bundesstraße B 303 ausgebaut und dabei auch einen Radweg angelegt. Dazu wurde für den Radweg sogar eine Untertunnelung in Kauf genommen, um gefährliche Straßenquerungen für die Radfahrer zu vermeiden. Nur wenige Meter nach diesem „Tunnel“ endet derzeit aber der Radweg auf einer Länge von 200 Metern und die Radfahrer müssen sich in den PKW- und LKW-Verkehr auf der B 303 einordnen. Dies stößt auf großes Unverständnis.

Nach der Werbung weiterlesen

Ursache für diesen Stopp mitten im Radwegebau sind Einsprüche von Seiten des Bund Naturschutz und das Vorhandensein einer kleinen „Zauneidechse“, welche die Weiterführung des Radweges auf einer Strecke von 200 Metern im Herbst verhinderten. Das ist für viele Bürger völlig unverständlich und ein Leserbriefschreiber stellte die Frage, ob das Vorkommen der Zauneidechse auf diesem kurzen Stück wichtiger sei, als die Sicherheit der Radfahrer auf dem rund 900 Meter langen Abschnitt von der Goßmannsdorfer Einmündung bis zur Einmündung nach Ibind. Man könne nur hoffen, dass es zu keinem Verkehrsunfall komme.

Zum Stopp durch Eidechsen sollte außerdem wissen, dass die Zauneidechse etwa die Hälfte des Jahres aktiv ist. Die Männchen verlassen die Winterquartiere meist im März/April und beenden ihre Tätigkeit oft im August, Weibchen erscheinen etwas später. Am längsten sind die Jungtiere zu beobachten, die sich oft erst im September zurückziehen. Die Zauneidechse ist geschützt und es ist verboten, ihre Lebensräume zu beschädigen oder zu zerstören. Auf der anderen Seite gibt es aber auch zwingende Gründung für ein öffentliches Interesse, mit Minimierung des Eingriffes oder eine strukturelle Vergrämung.

Mit der Fertigstellung der Straße zeigte sich Bürgermeister Hermann Niediek sehr zufrieden, nicht aber mit dem Stopp des Radweges. Dafür hätten weder die Bürger noch die Radfahrer Verständnis und deswegen fanden in der Vergangenheit auch verschiedene Gespräche mit den Behörden statt, um zumindest diese Lücke des Radweges auf rund 200 Metern bis zur Einmündung nach Goßmannsdorf zu schließen, aber auch noch die Weiterführung bis nach Hofheim anzugehen.

So fand in den letzten Tagen ein Behördengespräch mit den Vertretern des Straßenbauamtes Schweinfurt, der Stadt Hofheim und der Marktgemeinde Burgpreppach statt. Baudirektor Manfred Rott, zuständig für die Landkreise Haßberge und Rhön-Grabfeld sowie die Stadt Schweinfurt, bat um Verständnis, dass man aus naturschutzrechtlichen Gründen die letzten 200 Meter des Radweges nicht rechtzeitig abschließen konnte. Diesen Lückenschluss wolle man jedoch im zeitigen Frühjahr durchführen. Anders verhalte es sich jedoch mit der Weiterführung des Radweges in Richtung Hofheim. „Hier überprüfen wir noch die Alternativen des Radweges entlang der Kreisstraße 46 über Goßmannsdorf oder entlang der B 303. Für eine Lösung gibt es dabei das Problem der unterschiedlichen Finanzierung und dies gilt es abzuklären. Eine Entscheidung wird hier wohl nicht vor März fallen.“

Mit im Gespräch waren auch Landrat Wilhelm Schneider, der Bürgermeister der Stadt Hofheim, Wolfgang Borst, sowie der Bürgermeister des Marktes Burgpreppach Hermann Niediek. Michael Rahn, Büroleiter des Landrates, teilte hierzu mit, dass bei der Fortführung des Radweges entlang der Kreisstraße natürlich der Landkreis gefordert wäre. Hier müsste dann auch gleichzeitig mit der alten Deckschicht der Straße etwas gemacht werden. Entlang der B 303 profitiere man dagegen von einer Bundesförderung. Bei dieser Alternative gäbe es jedoch auch erhebliche Eingriffe mit Böschungsabgrabungen.

So bleibt gegenwärtig die Hoffnung, dass der Radweg zu Beginn des Jahres von der jetzigen „Abbruch-Stelle“ bis zur Einmündung in die Kreisstraße nach Goßmannsdorf weitergeführt wird und für den weiteren Abschnitt bis nach Hofheim eine Lösung gefunden wird, die auch von den Bürgern und den Radfahrern angenommen wird.