Rallye-Team Just Die Antriebswelle reißt ab

Tobias Just mit Vollgas in den Mosel-Weinbergen. Foto: Sacha Dörrenbacher

Der Burgpreppacher Rallye-Pilot Florian Just muss in Wittlich aufgeben. Sein jüngerer Bruder Tobias erreicht Rang 21 und ist am Ende Zweitschnellster bei den R2-Fahrzeugen.

Premiere bei der Deutschen Rallye-Meisterschaft: Zum ersten Mal wurde am 1. und 2. Juli im Rahmen der DRM die Rallye ADAC Mittelrhein ausgetragen. Anders als der Name vermuten lässt, finden die Wertungsprüfungen in der Eifel und auf beiden Seiten der Mosel statt, Zentrum ist die rheinland-pfälzische Kreisstadt Wittlich.

Rund 70 Fahrer-Duos gingen beim Debüt dieser Rallye an den Start, die für die Teams sechs Wertungsprüfungen bereithält, die jeweils zweimal absolviert werden müssen und eine Länge von insgesamt 144,20 Kilometern haben. Dabei handelt es sich ausschließlich um Start-Ziel-Prüfungen, mit Ausnahme des Zuschauerrundkurses Bergweiler. Einige Strecken wurden von der damaligen ADAC Rallye Deutschland übernommen, die zuletzt 2019 den deutschen Weltmeisterschaftslauf gestellt hat.

In der voll besetzten Division RC4 starteten auch wieder die Burgpreppacher Brüder Tobias Just mit Beifahrerin Karina Derda (Wittenberg) und Florian Just mit Beifahrer Matthias Motschenbacher (Weismain). Bei der vergangenen Rallye am Stemweder Berg in Lübbecke waren Tobias Just/Karina Derda vor dem älteren der Just-Brüder und Matthias Motschmann ins Ziel gekommen. „Natürlich will jeder von uns beiden immer der Schnellere sein. Die Konkurrenz hinter uns zu lassen, ist allerdings oberste Priorität. Bei der neuen Generation der zweiradgetriebenen Rallye-Fahrzeuge kämpfen wir aber mit etwas stumpfen Waffen. Dennoch werden wir auch wieder an diesem Wochenende alles geben und möchten einige Top-Zeiten fahren“, sagte Tobias Just im Vorfeld der Rallye.

Zu harte Reifen gewählt

Der Freitagabend bot zwei anspruchsvolle Wertungsprüfungen mit 14 Kilometern und zehn Kilometern Distanz, die doppelt gefahren werden mussten. Für das Rallye-Team Just war der Start alles andere als einfach. Durch eine Wahl zu harter Reifen verloren beide Duos viel Zeit und müssen für die nächste Schleife ihre Taktik überdenken. Der Wechsel auf einen weicheren Reifen zeigte auf den verbleibenden beiden Prüfungen sofort Wirkung. „Wir konnten auf der zweiten Durchfahrt der WP Bergweiler über 30 Sekunden im Vergleich zu WP 1 gutmachen. Natürlich liegen wir immernoch weit hinten im Klassement, aber wir werden morgen in den Weinbergen versuchen Boden gut zu machen“, erklärte Beifahrer Motschenbacher nach dem ersten Tag. Der ältere Just-Bruder lag am Freitagabend vor Tobias Just – der Abstand war gerade einmal 5,3 Sekunden.

Der Samstag ist der entscheidende Tag der Rallye Mittelrhein. Gleich am Morgen standen die Prüfungen Mittelmosel, Wintrich und Grafschaft an, welche allesamt fast vollständig über enge Weinbergstraßen verlaufen und ein einzigartiges Panorama und Rallye-Feeling bieten. „Wir fahren zum ersten Mal auf den ehemaligen Prüfungen der Deutschland-Rallye, also auch das erste Mal in den Weinbergen. Wir mussten in unserem Aufschrieb einige neue Pacenotes aufnehmen. Durch die vielen blinden Kurven, Kuppen und Abzweige kann es leicht zu Fehlern kommen, wir sind aber fehlerfrei durch die ersten Prüfungen gekommen und freuen uns riesig auf den zweiten Durchgang in den Weinbergen“, freute sich Florian Just am Samstagmittag.

Das Aus nach einer Sprungkuppe

Just/Motschenbacher hatten sich nach sieben Prüfungen bereits auf Gesamtrang 26 verbessern könnern, Just/Derda sogar auf Rang 24. Auf WP 8 – Mittelmosel 2 – folgte dann nach einer Sprungkuppe in den Weinbergen das Aus für Florian Just und seinem Weismainer Beifahrer Matthias Motschenbacher. Die linke Antriebswelle hielt der hohen Belastung in den Weinbergen nicht Stand und riss ab. Damit hatte der Citroen C2 R2 max fast keinen Vortrieb mehr und das Team musste aufgeben. „Wir mussten, nachdem wir den Schaden festgestellt hatten, sehr schnell reagieren und einen sicheren Abstellplatz für unser Rallyeauto finden, denn im Rallyesport startet jede Minute ein neues Fahrzeug in die Prüfung und das waren hinter uns Tobias und Karina. Natürlich wollen wir die beiden nicht aufhalten und haben versucht, das Auto möglichst schnell von der Strecke zu bekommen. Auf einer kurzen Geraden konnten wir das Auto rechts nahe der Weinreben abstellen und die Strecke war frei, sodass kein Zeitverlust für unser zweites Team entstanden ist“, erklärte Florian Just im Anschluss.

Für Just/Derda endete die Rallye erfolgreich an der Zielrampe mitten auf dem Marktplatz in Wittlich und das Team konnte sich als zweitschnellstes R2-Fahrzeug über Gesamtrang 21 freuen.

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