Rödental Rathaus-Sanierung für 10 Millionen Euro

Das Rödentaler Rathaus soll in den kommenden Jahren grundsaniert werden. In der Stadtratssitzung wurden die ersten Pläne präsentiert.

Rödental - Die letzte Sanierung des Rathauses liegt eigentlich erst knapp drei Jahre zurück. Damals wurde in erster Linie der Eingangsbereich des Bauwerks aus den 70er Jahren komplett neu gestaltet. „Wir haben uns bei den Arbeiten im Jahr 2018 auf den Eingangsbereich und das Foyer konzentriert. Dabei haben wir darauf geachtet, dass der Zugang zum Rathaus möglichst barrierefrei ist. In den kommenden Jahren werden die Arbeiten an dem restlichen Bauwerk fortgesetzt und eine Generalsanierung des Rathauses erfolgen“, so Bürgermeister Marco Steiner auf NP-Anfrage.

Auf der vergangenen Stadtratssitzung am Montag haben die Architekten Christian Wutke und Markus Hanisch den Rödentalern ihre Vorentwurfsplanungen präsentiert. „Wir haben uns mit der Frage beschäftigt, wie die Raumgestaltung des Rathauses besser genutzt werden könnte“, so Christian Wutke. „Geplant ist eine energetische Sanierung zur Minimierung des Energieverbrauchs.“ Aktuell sind für die Modernisierung Kosten in Höhe von 9,8 Millionen Euro vorgesehen.

Die Entwürfe der Architekten sehen große Veränderungen vor. So soll beispielsweise der Innenhof der Anlage zum Innenraum werden. „Der Innenhof erfüllt keinen dringenden Zweck und soll geschlossen werden. Dadurch könnte ein Bewegungsbereich zur flexiblen Nutzung entstehen“, erklärt Wutke. Der Freiraum wird mit einer Decke geschlossen. Im Foyer führt künftig über dem Innenhof eine Treppe ins erste Stockwerk hinauf. Die Behörden im Erdgeschoss sollen künftig unabhängig vom Haupteingang des Rathauses durch separate Eingänge erreichbar sein.

Auch im Obergeschoss sind größere Änderungen geplant. So sehen die Pläne eine leichte Vergrößerung des Sitzungssaals und eine abgeänderte Bestuhlung vor. „Beabsichtigt sind verschiedene Nutzungen mit gleicher Möblierung“, ergänzt Bürgermeister Steiner. „Im Vordergrund steht dabei die Überlegung, für einen Raum verschiedene Optionen zu haben.“ Allerdings sehen die Stadtratsmitglieder die vorgelegten Entwürfe auch mit einem kritischen Blick, da die Entwurfspläne engere Abstände zwischen den einzelnen Ratsmitgliedern vorsehen. „Wir gehen davon aus, dass es die Corona-Abstandsregeln nicht für alle Ewigkeiten geben wird“, so Wutke.

Der übrige Bereich im Obergeschoss soll offener gestaltet werden und den Aufenthalt durch neue Wartebereiche für Besucher angenehmer machen. Dadurch wird auch die Kommunikation zwischen den Angestellten deutlich vereinfacht. Geplant sind neue Sitzgelegenheiten, an denen sich die Mitarbeiter auch mal fünf Minuten für Pausengespräche treffen können. Auch der Eingangsbereich wird durch die offene Gestaltung leichter einsehbar. „Sie können sofort sehen, wenn ein Gast das Rathaus betritt“, ergänzt Marco Steiner.

Die präsentierten Entwürfe lösten bei den Stadträten aber auch Bedenken aus. In einer modernen Welt, in der immer mehr Anträge per Internet eingereicht und bearbeitet werden, stelle sich die Frage, ob es noch ein großes Rathaus mit sämtlichen Behörden brauche. Doch laut Wutke richte man sich bei den Planungen nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben.

Die Sanierungspläne beziehen sich jedoch nicht nur auf die Innenräume des Gebäudes. So sollen die überhöhten Außenwände des Rathauses für eine bessere Dachfläche zurückgebaut werden. „Durch die geplanten Maßnahmen wird das Gebäude insgesamt niedriger und ruhiger“, begründet Architekt Wutke die geplanten Arbeiten. In die stabile Betonkonstruktion will er dabei aber nicht eingegriffen: „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein älteres Gebäude zu modernisieren. Die Sanierung eines bestehenden Gebäudes ist dabei aber am nachhaltigsten.“ Auf dem Dach findet künftig eine Photovoltaikanlage Platz, um den Energieverbrauch zu reduzieren.

Aktuell beträgt die Gesamtfläche des Rathauses knapp 2100 Quadratmeter. Nach den Sanierungsarbeiten würde die Gesamtfläche auf 2500 Quadratmeter wachsen. Ob die geplanten Änderungen auch wirklich umgesetzt werden, ist bislang aber noch offen. „Uns ist es wichtig, endlich einmal einen Vorentwurfsplan vorliegen zu haben, der uns zeigt, wo es Ansatzpunkte für die Sanierung gibt“, sagte Bürgermeister Steiner. In der weiteren Planung solle nun überprüft werden, welche Fördermaßnahmen Rödental für die Arbeiten beantragen könne.

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