Rauswurf Hannover zeigt CC die rote Karte

Der Coburger Convent wollte in diesem Jahr in Hannover statt in Coburg tagen. Foto:  

Die Messegesellschaft will den Convent nicht auf ihrem Gelände haben. Als Grund wird die weltanschauliche Einstellung einiger Mitglieder genannt. CC-Pressesprecher Vaupel zeigt sich fassungslos.

Coburg/Hannover - Paukenschlag in der niedersächsischen Landeshauptstadt: Einen Tag nachdem der Coburger Convent angekündigt hatte, in diesem Jahr seine Pfingsttagung von Coburg nach Hannover zu verlegen, zeigt die Hannovermesse den Landsmannschaftern und Turnerschaftern die rote Karte: „Der Coburger Convent wird nicht auf dem Messegelände in Hannover stattfinden“, erklärte am Dienstagnachmittag Onuora Ogbukagu, der Leiter der Unternehmenskommunikation der Deutschen Messe AG, in einem kurzen Statement.

Begründet wird die Absage mit der weltanschaulichen Einstellung einiger CC-Mitglieder. Wörtlich heißt es in der Presseerklärung aus Hannover: „Die Weltanschauung einzelner Gruppierungen im Coburger Convent widersprechen zutiefst den Werten und der Haltung der Deutschen Messe. Wir sind ein weltoffenes Unternehmen, ein internationaler Marktplatz für sämtliche Kulturen und stehen daher für Vielfalt und Gleichberechtigung.“

Die Verantwortlichen des Coburger Convents erwischte die brüske Zurückweisung aus Niedersachsen völlig unvorbereitet: „Kongressbeauftragter Hans-Georg Schollmeyer und AHCC-Vorsitzer Ali Mahdi sind sprachlos und ich bin fassungslos“, sagte CC-Pressesprecher Martin Vaupel gegenüber der Neuen Presse.

Eine offizielle Absage der Hannovermesse war am Dienstagnachmittag noch nicht beim Coburger Convent eingegangen. Martin Vaupel hatte lediglich durch einen Anruf von der öffentlichkeitswirksamen Abfuhr erfahren. Er könne sich überhaupt nicht vorstellen, worauf sich die Hannovermesse berufe, meinte der CC-Pressesprecher. Sein Verband habe sich seit Jahrzehnten nicht mehr politisch positioniert. „Aus den Pfingsttreffen ist längst ein Familienfest geworden“, betonte Martin Vaupel. Ferner wies der Pressesprecher darauf hin, dass auch der CC für Weltoffenheit, Vielfalt und Gleichberechtigung eintrete. „Genau für die Werte, die in der Absage genannt werden, stehen wir auch“, sagte er.

Der CC-Sprecher bedauerte, dass man sich bei der Hannovermesse offenbar nicht die Mühe mache, sich mit der Organisation und den Zielen des Coburger Convents auseinanderzusetzen. Offenbar habe man den CC pauschal unter die Kategorie „Burschenschafter“ eingereiht. „Ich meine, dass öffentliche Stellen differenzierter urteilen sollten, als die Antifa“, kritisierte Vaupel.

Der CC-Sprecher wies in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass die Satzung des Convents den Offiziellen politische Meinungsäußerungen in der Öffentlichkeit verbietet. „Als Verband haben wir in den letzten Jahren kein einziges Statement herausgegeben“, sagte Martin Vaupel. Alle Beschlüsse, die gefasst worden wären, hätten ausschließlich nach innen gewirkt und nie nach außen.

Gleichzeitig räumte der CC-Pressesprecher ein, „dass es ja kein Geheimnis ist, dass Hansjörg Müller, der ehemalige parlamentarische Geschäftsführer der AfD Bundestagsfraktion, Mitglied im Coburger Convent ist.“ Müller ist Alter Herr der Turnerschaft Germania in Dresden sowie in der Akademischen Landsmannschaft der Salzburger zu Salzburg. Die Zeit hatte Müller als „nationalkonservativ“ beschrieben. Er gehörte neben Björn Höcke und André Poggenburg zu den Unterzeichnern der Erfurter Resolution und gilt als Unterstützer der rechtsnationalistischen Vereinigung „Der Flügel“. Wie Martin Vaupel sagte, sei Müller aber eben nur ein Mitglied unter 12 000 anderen.

Ob sich der CC nun für die geplante Präsenzsitzung an Pfingsten einen neuen Tagungsort suchen will, stand am Dienstagabend noch nicht fest.

 

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