Wenige Tage nach dem spektakulären Fund im früheren Saigon konnten derweil mehr als 40 Samtpfoten zu ihren Besitzern zurückkehren. Rund 100 der beschlagnahmten Tiere starben jedoch trotz tierärztlicher Hilfe an den Folgen von Hitze, Stress und anderen furchtbaren Bedingungen. "Man sah ihnen deutlich an, was für eine schwere körperliche und seelische Tortur sie durchgemacht haben", sagte Phuong Tham, Landesdirektorin von Humane World for Animals.
Trendwende: Haustiere boomen
Doch das Land am Mekong verändert sich. Vor allem in den großen Städten halten immer mehr Familien Hunde und Katzen als Haustiere. Tierkliniken, Tiercafés und Zoofachgeschäfte boomen. Besonders junge Menschen lehnen den Verzehr zunehmend ab.
Deshalb blüht ein neues Geschäftsmodell: Diebe stehlen die geliebten Vierbeiner, verlangen Lösegeld und drohen, sie andernfalls an Restaurants zu verkaufen. Bisher wandern für solche Erpressungen nur die wenigsten ins Gefängnis. In einigen Fällen haben wütende Dorfbewohner Hundediebe bereits gelyncht.
Mai Xuan Huu, ein 34-jähriger Wertpapiermakler aus der nordvietnamesischen Provinz Thanh Hoa, sagte der dpa, früher habe er Hundefleisch gegessen, weil die Auswahl an Lebensmitteln begrenzt gewesen sei. Vor zehn Jahren habe er aber gänzlich damit aufgehört. "Ich werde diese Tiere nie wieder essen und es auch meinen Kindern nicht erlauben", erklärte er.
Die kürzliche Konfiszierung der 400 Katzen sei "ein Akt der Menschlichkeit" und müsse als mahnendes Beispiel stärker bekannt gemacht werden, fügte Huu hinzu. "Damit allen bewusst wird, wie wichtig der Schutz von Hunden und Katzen ist." Denn die Gesellschaft ist zunehmend gespalten: zwischen denen, die den grausamen Handel weiter betreiben und einer neuen Generation, für die Fellnasen und Samtpfoten geliebte Familienmitglieder sind - und nicht mehr auf den Teller gehören.