Was sind die Argumente der Union?
"Für die CSU ist das ein No-Go", sagte CSU-Chef Markus Söder dem Nachrichtenportal "The Pioneer". "Eine solche Steuerreform ist eine Einladung zur Auswanderung. Ganz einfach", legte er später nach der CSU-Klausur im Kloster Banz nach. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann warnt vor "Vermögenszerschlagung". Der Parlamentarische Unionsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) sagt: "Für uns ist ganz klar: keine Steuererhöhungen."
Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg betont: "Nach vier Jahren wirtschaftlichem Stillstand sind nicht Steuererhöhungen, sondern Steuersenkungen dringend notwendig." Fällige Korrekturen müssen aus Unionssicht vorsichtiger ausfallen. Söder schlägt vor, die Steuer gleich in die Hände der Länder zu legen.
Was sagen Wirtschaft und Opposition?
Bedroht sehen sich Handwerk und Familienunternehmen. "Finger weg vom Betriebsvermögen", warnt Handwerkspräsident Jörg Dittrich. Der Fünf-Millionen-Freibetrag sei "schnell erreicht, wenn man beispielsweise Betriebsgrundstücke oder Maschinen betrachtet". Laut DIHK-Chefanalyst Volker Treier würden in den meisten Fällen erhebliche Steuerzahlungen fällig. Die SPD drohe, "den Unternehmen weitere Liquidität zu entziehen und Nachfolgen zu erschweren", warnt Marie-Christine Ostermann, Präsidentin des Verbands Die Familienunternehmer.
Es gibt aber auch andere Stimmen. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, lobt das Konzept als "wichtige Chance, die Erbschaftsteuer gerechter zu gestalten". Stefan Körzell vom DGB-Vorstand wirft Kritikern Panikmache vor, AWO-Präsident Michael Groß reflexhafte Empörung.
"Warum nennt die SPD keine konkreten Steuersätze?", fragt der Chef der Linken, Jan van Aken. Die Richtung stimme – das Konzept bleibe nebulös. "Wie viel Geld bei der SPD am Ende rumkommt, bleibt völlig unklar – wegen des geplanten hohen Freibetrags für Unternehmen könnten es sogar weniger Einnahmen sein als bisher", sagte van Aken der Deutschen Presse-Agentur. Das entsprechende Linke-Konzept sehe sechs Prozent Eingangssteuersatz vor – der bei über drei Millionen Euro auf 60 Prozent ansteigen solle.