In Moskau reagierte das Außenministerium sofort. Sprecherin Maria Sacharowa verlangte allen voran von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), den Vorfall zu verurteilen - was IAEA-Chef Rafael Grossi wenig später dann auch tat. Er sprach von einem "inakzeptablen" Vorfall, der die nukleare Sicherheit gefährde. Alle Angriffe auf oder nahe Atomanlagen und deren Personal müssten eingestellt werden, forderte er auf X.
Das AKW Saporischschja ist mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6.000 Megawatt das größte Atomkraftwerk Europas. Es steht seit der Eroberung durch russische Truppen im März 2022 unter deren Kontrolle. Aus Sicherheitsgründen wurden alle Reaktoren heruntergefahren.
Tote und Verletzte nach russischen Angriffen
Der Gouverneur der Region Saporischschja berichtete von mindestens fünf Toten und mehreren Verletzten nach russischen Angriffen. Allein in der gleichnamigen Gebietshauptstadt seien drei Menschen getötet und 15 verletzt worden. Die Großstadt Saporischschja ist nur etwas über 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Aufgrund der ständigen russischen Angriffe mit Drohnen, Bomben und Raketen herrscht in der Industriestadt fast rund um die Uhr Luftalarm.
Auch andernorts im Land gehen die Angriffe weiter. Die Hauptstadt Kiew wurde in der Nacht ein weiteres Mal mit ballistischen Raketen angegriffen, nach Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko gab es Einschläge in zwei Stadtteilen. In einem Lager im Westen der Stadt und einem unbewohnten Haus in einem östlichen Stadtbezirk seien Brände ausgebrochen. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte das russische Militär in zwei Wellen mindestens acht Raketen auf die Dreimillionenstadt und ihre Umgebung ab. Zu möglichen Opfern wurde zunächst nichts bekannt.