Regionalsport Krawietz erreicht in Wimbledon Runde zwei

Der Coburger Tennis-Profi schlägt mit seinem Partner Andreas Mies das Doppel Arneodo/Cerretani in vier Sätzen. Es ist sein erster Sieg bei einem der großen Grand-Slam-Turniere.

Am Tag vor seinem großen Triumph: Kevin Krawietz auf dem legendären Tennis-Gelände in Wimbledon. Foto: Rudi Krawietz

Wimbledon/Coburg - Es ist schon jetzt der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere: Der aus Coburg stammende Tennis-Profi Kevin Krawietz hat in Wimbledon die zweite Runde im Doppel erreicht. Gemeinsam mit seinem Partner Andreas Mies bezwang er am Donnerstagnachmittag die Doppel-Spezialisten Romain Arneodo (Monaco) und James Cerretani (USA) mit 6:3, 7:6, 4:6 und 6:3.

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Für den 26-Jährigen ist der Erfolg beim prestigeträchtigsten Tennis-Turnier der Welt eine Premiere: Nie zuvor war er bei einem der vier großen Grand Slams über Runde eins hinausgekommen. Im vergangenen Jahr war er auf dem "heiligen Rasen" Londons nach erfolgreicher Qualifikation in Runde eins gescheitert.

"Hier zu gewinnen, ist etwas ganz besonderes", sagt Krawietz nur wenige Stunden nach seinem Triumph. So recht scheint er gar nicht zu wissen, wie er seine Freude ausdrücken soll. Es sei schwer zu beschreiben nach so einem Sieg.

Für den Coburger, aktuell die Nummer 86 der Doppel-Weltrangliste, dürfte es in dieser Wertung nun weiter nach oben gehen. Darüber hinaus ist ihm und seinem Partner mit dem Einzug in Runde zwei bereits ein Preisgeld in Höhe von 17 750 Pfund sicher.

"Wir haben vorher gewusst, wir können sie schlagen", knüpft der 26-Jährige an. "Aber es ist hier trotzdem ein ganz anderes Feeling als bei anderen Turnieren." Das ließen sich Krawietz/Mies zu Beginn aber keinesfalls anmerken. Sie zeigten ihren Kontrahenten sofort, in welche Richtung die Partie aus ihrer Sicht gehen soll. Auch dank sechs Assen entschieden sie Satz eins relativ ungefährdet mit 6:3 für sich. Durchgang zwei gestaltete sich dann ungleich knapper: Letztlich musste der Tie-Break entscheiden, in dem das deutsche Doppel mit 7:4 die Oberhand behielt. Vieles deutete zu diesem Zeitpunkt auf einen glatten Dreisatz-Erfolg hin, allerdings kamen Arneodo/Cerretani nochmals zurück in die Partie: Satz drei ging mit 6:4 an das monegassisch-amerikanische Duo. "Wir haben zwei, drei leichte Fehler gemacht und das hat uns ein Break gekostet", analysiert Krawietz den Satzverlust. "Vielleicht waren wir in dieser Phase nicht so ganz da."

Davon war in Durchgang vier anschließend aber nichts mehr zu spüren. Der Coburger und sein Doppel-Partner gaben keinen Aufschlag mehr ab und nutzten ihrerseits gleich ihren ersten und letztlich entscheidenden Breakball.

Nun bekommen es Krawietz/Mies mit den an Nummer elf gesetzten Pablo Cuevas (Uruguay) und Marcel Granollers (Spanien) zu tun, die sich in ihrem Auftaktmatch ebenfalls in vier Sätzen durchsetzten. Wann es dazu kommt, weiß am frühen Donnerstagabend allerdings noch nicht einmal Krawietz selbst: "Entweder am Freitag oder Samstag." Aber egal ob am Freitag oder Samstag, auf dem Spiel steht dann der Einzug ins Achtelfinale des wichtigsten Tennis-Turniers auf dem Planeten.

"Wir müssen mal schauen, was uns da genau erwartet", sagt der 26-Jährige mit Blick auf die anstehende Begegnung gegen Cuevas/Granollers. "Sie sind keine typischen Rasenspieler, aber natürlich ein Top-Team." Eines das wohl leicht favorisiert in die Partie gegen das ungesetzte deutsche Duo gehen dürfte - aber was heißt das schon auf dem "heiligen Rasen" von Wimbledon. Kevin Krawietz scheint das ähnlich zu sehen: "Das Turnier ist noch nicht vorbei."