Die Meinungen über verschiedene Sportarten gehen naturgemäß auseinander. Kickboxen beziehungsweise Kampfsport allgemein zählt zu denjenigen, wo sich die Geister besonders stark scheiden. Wenn Aggressivität und körperliche Attacke bis zum Letzten eine Disziplin bestimmen, ist das nicht jedermanns Ding. Der Punkt ist aber ganz einfach der: Wer dafür zu zart besaitet ist, muss ja nicht hingehen. Eine andere Sache ist die, dass bei derart intensivem Kräfte-Messen der Funkenstoß der Verbissenheit schnell auf das Publikum überspringt. Fanatische Anfeuerungen, von „Drauf auf die Sau“ über „Hau ihn um“ bis hin zu „Mach ihn alle“ sind weder in Rödental noch anderswo toll und erwünscht, können jedoch wohl als Entgleisungen Einzelner, die „ihrem Sport“ eher schaden, verbucht werden. Schließlich bekommen auch Fußball- und Handball-Schiedsrichter einiges an den Kopf geworfen. Uneingeschränkten Respekt nötigt hingegen das tadellose Auftreten der Akteure im Ring ab. Alle zwölf Kämpfer bei der Gala in der Goebel-Halle demonstrierten nach dem jeweiligen Duell – egal wie hart, oder auch vorzeitig zu Ende – Achtung vor dem Gegner. Die sportliche Devise lautet: Jeder ist auf sich allein gestellt und im Rahmen klarer Regeln selbst dafür verantwortlich, ob er „überlebt“; Ausflüchte gibt es nicht. Sobald die Sache entschieden ist, herrscht wieder „Friede“. Mit der kleinen Einschränkung, dass oft „nach dem Kampf“ schon wieder „vor dem (Revanche-)Kampf“ bedeutet. Was wiederum besonders im Falle von Markus Ritz, Sabine Seifert und allen voran Ralf Krause bedeutet: Gerne wieder, möglichst bald – und spätestens in einem Jahr in gleicher Intensität in Rödental! Selbstverständlich auch dann mit martialischem Beiwerk. Die Musiker von Rammstein sind privat angeblich äußerst nette Menschen ...