Rentweinsdorf Kommt nun ein „Solarpark Treinfeld“?

Günther Geiling

Grundsätzliche Einwände hat der Gemeinderat in Rentweinsdorf keine, nun sollen aber erst einmal die Bürger zu Wort kommen. Entschieden wird im Herbst.

Bekommt auch Treinfeld einen Solarpark? Nach der Sommerpause will der Marktgemeinderat in Rentweinsdorf seinen Beschluss fassen. Foto: picture alliance/dpa/Patrick Pleul

Der Ausbau der Solarenergie ist neben der Windenergie eine der zentralen Säulen der Energiewende und mit der „Solaranlage Hebendorf“ mit 48 Hektar erfolgte der Einstieg schon vor über zehn Jahren. Vor Kurzem fand eine weitere Freiflächenanlage mit ca. 42 Hektar an der „Hasenleite“ keine Zustimmung – und nun lag ein weiterer Antrag für einen „Solarpark Treinfeld“ über eine Fläche von 3,4 Hektar vor. Der Marktgemeinderat sah bei seiner Sitzung keine grundsätzlichen Einwände, wollte aber vor einer endgültigen Beschlussfassung noch die Bürger von Treinfeld einbeziehen und zu Wort kommen lassen. Das soll im Juli/August geschehen; nach der Sommerpause will das Gremium dann seinen Beschluss fassen.

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Das Thema stieß wieder auf großes Interesse, nahezu 25 Bürger hatten sich zur Sitzung des Marktgemeinderates eingefunden. Bürgermeister Steffen Kropp (SPD) betonte, dass es sich hier um einen Antrag der Firma Greenovative GmbH Nürnberg handle und die Fläche für die Photovoltaikanlage von einem Bürger zur Verfügung gestellt werde.

Geschäftsführer Bernd Fuchs des Unternehmens „greenovative“ aus Nürnberg stellte dann das Unternehmen vor, das in Mittelfranken eines der größten Unternehmen wäre und speziell auf Photovoltaikanlagen auf Frei- und Dachflächen spezialisiert sei Mit über 50 Projekten wären man derzeit parallel in der Bauleitplanung und 600 Projekte habe man schon abgeschlossen. Auch in der Gemeinde Burgpreppach sei man derzeit über einem Projekt auf 16 Hektar. „Jede grüne Kilowattstunde ist eine gute Kilowattstunde“, meinte er und verwies darauf, dass die Erderwärmung derzeit schnell voranschreite. Auf Grund des Klimawandels und auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Ukraine-Krise müsse man die erneuerbaren Energien ausbauen. Schließlich sei der Strombedarf sehr groß und man wolle unabhängig werden. „Die Energiewende ist so auch ein lokales Thema und die Kommune ein wichtiger Entscheidungsträger“, so Fuchs.

Projektleiter Daniel Birkmair brachte zum Ausdruck, dass man schon froh wäre, wenn man ein Prozent der Fläche mit Solarparks bedecken könnte. Die Energieausbeute von einem Quadratmeter Solarfläche sei auch um das 31-fache höher als die Energie, die man aus einem Quadratmeter Energiemais bekomme. Bisher seien erst 0,07 Prozent der Fläche mit Solarparks belegt.

In Treinfeld geht es um eine Fläche von 3,4 Hektar. Gemessen an Nennleistung und Ertragsprognose sei die Anlage auf einen Stromertrag von knapp 3000 Megawattstunden ausgelegt. Damit könne man 834 Haushalt versorgen. Die Modulfläche betrag ca. 2,8 Hektar. Außerdem fänden eine natürliche Eingrünung und zusätzliche Sichtschutzmaßnahmen statt, wobei die Topographie nicht von der Wohnbebauung einsehbar sei. Vorteile sah der Projektleiter in der Bürgerbeteiligung von ortsansässigen Bürgern und einer umweltfreundlichen Energieversorgung, der direkten Beteiligung der Flächeneigentümer sowie fairer Pachteinnahmen. Die Bürger könnten sich mit Summen zwischen 1 000 Euro und 25 000 Euro beteiligen, wobei je nach Wahl der Laufzeit der Zinssatz drei bis vier Prozent betrage.

Franziska Schmittlutz (SPD) interessierte, wie die Anlage an das Netz angebunden werde, wie viel Module hier gebaut würden und wie man mit der Angst von Treinfeldern umgehe, dass dadurch mehr Wasser auf die Ortschaft zukomme. Daniel Birkmair erklärte hierzu, dass man erst einen verbindlichen Aufstellungsbeschluss benötige, um für das Netz verbindliche Reservierungen zu bekommen. Bei Modulen mit 500 Watt werde man insgesamt 6000 Module benötigen. Hinsichtlich Starkregenereignisse könne es einen kleinen Effekt geben, meinte Geschäftsführer Fuchs. Es sei aber im Vergleich zum Acker nur eine minimale Verschlechterung. Dies könnte man durch Vorkehrungen wie einen kleinen Erdwall auffangen und erreiche dadurch sogar eine Win-Win-Situation.

Gerhard Schmidt (CSU) stellte die Frage, ob man die 834 Haushalt nicht direkt von dort versorgen könnte, und Volker Zürl (CSU) wollte wissen, ob sich Speicher rentieren würden. Geschäftsführer Fuchs sprach bei „Strom von einer physikalischen Größe“ und die Gemeinschaft lebe hier vom Verbund. Natürlich könnte man auch an Speicher denken und einbeziehen. Dies könne mit einer Art „Schiffscontainer“ neben der Trafostation geschehen. „Dieser Markt ist recht neu, ist aber stark im Kommen.“

Ludwig Bock (FW-ÜWG) gab zu bedenken, dass die Treinfelder Bürgerschaft noch sehr wenig über diese Maßnahme wisse und unbedingt einbezogen werden müsse. Hier stimmte auch Stefan Schwarz (Ortssprecher) ein. „Die Treinfelder haben Probleme mit Wasser, das Thema sollte man bei der Planung im Kopf behalten und vielleicht schon oberhalb Wasser abschlagen.“ Simone Berger (RUL) fehlte es an einem Gesamtkonzept in der Gemeinde und sie fragte, was dann sei, wenn plötzlich weitere Anlagen mit drei Hektar gewünscht würden. Man sollte überlegen, ob man nicht Synergien nützen könnte und was das Beste für die Gemeinde wäre. Geschäftsleiter Bernd Fuchs meinte, dass man hier einen Mittelweg finden müsste. Man habe eine gute Netzsituation, die Eigentümerfrage sei geregelt und es wäre kein schlechter Standort. Man sollte sich davor hüten nur zu verhandeln und am Ende gar keine Anlage zu haben. Die Qual der Wahl liege beim Gemeinderat und er sei der Meinung, dass die Vorteile überwiegen. Natürlich solle man die Bürger informieren, aber nur einen Ortsteil abstimmen zu lassen, sei gefährlich.

Das Gremium entschloss sich dann aber dazu, den Beschluss zu vertagen, im Juli/August die Treinfelder darüber zu informieren und dann im September einen endgültigen Beschluss im Ratsgremium zu fassen.