Rund um Ebern Baustellen in der heißen Phase

Straßenbaustellen in der Region erfordern Vollsperrungen und Umleitungen. Foto: dpa//Jan Woitas

An der Hauptverkehrsader der Region, der B 279, wird derzeit kräftig gebaut. Das bedeutet Umwege – und gute Nerven. Und nicht nur hier.

Vollsperrungen und Umleitungen sind nie schön, erst recht aber nicht, wenn man sie den Autofahrer bei 36 Grad Außentemperatur treffen. Auf der anderen Seite: Auch die Arbeiter auf den Baustellen können sich sicher bessere Zeiten vorstellen. Just in diesen Tagen aber trifft es sowohl Bauarbeiter als auch Pendler in der Region hart: Die Straßenbauarbeiten gehen in die buchstäblich heiße Phase.

1. Rund um die B 279

Bereits Mitte Juni haben die Straßenbauarbeiten rund um den Knotenpunkt von B 303 und B 279 begonnen. Los ging es mit dem Abschnitt zwischen der Einmündung der B 303 nach Altenstein und dem Kreuz B 279/B 303 nördlich von Pfaffendorf auf rund 1,5 Kilometer Strecke. Auch die nördliche Auffahrt zur B 303 in Fahrtrichtung Schweinfurt war hier dabei. Ebenso eine Umleitung, die es mit einer Strecke ab Hafenpreppach über Wasmuthhausen bis Allertshausen nach Maroldsweisach in sich hatte.

Seit Montag ist die nächste Bauphase in Angriff genommen worden. Dafür wurde die Bundesstraße 279 ab dem Ortsausgang Pfaffendorf bis zum Kreuzungsbauwerk inklusive des östlichen Auffahrtsasts voll, ein Teil der Bundesstraße 303 halbseitig gesperrt. Die Zu- und Abfahrt zur B 303 ist seither nur über den – in Bauphase 1 neu hergerichteten – nördlichen Auffahrtsast möglich. „Auf rund 700 Metern wird die alte Fahrbahn ab- und eine neue Asphaltschicht aufgetragen, der Straßenaufbau in Teilen sogar verstärkt“, informiert dazu Manfred Rott vom Staatlichen Bauamt in Schweinfurt.

Auf der B 303 und dem nördlichen Auffahrtsast regelt während der Bauarbeiten eine Ampel den Verkehr; die Vollsperrung allerdings erfordert erneut eine Umleitung, die über Kraisdorf und Burgpreppach führt. Diese zweite Bauphase soll voraussichtlich bis zum 16. August dauern; danach soll der Abschnitt für den Verkehr wieder freigegeben sein.

Dann aber steht gleich die letzte Phase an: Hier soll die B 279 auf nochmals rund 1,2 Kilometern ab dem Verkehrsknoten in nördlicher Richtung bis zum Ortseingang Todtenweisach erneuert werden. Das staatliche Bauamt in Schweinfurt hofft, dass die gesamte Maßnahme bis September abgeschlossen ist – und mit ihm hoffen das auch alle Autofahrer. Die Kosten von 3,2 Millionen Euro werden übrigens komplett aus Bundesmitteln getragen. Insgesamt werden dann laut Straßenbaubehörde 3870 Meter Straße saniert sein. Auch die Linksabbiegespur bei Ruppach sowie insgesamt drei Parkplätze bei Gemeinfeld (2) und Eyrichshof (1) werden dabei gleich mitgemacht.

2. Mürsbach und Losbergsgereuth

Auch zwischen Mürsbach im Nachbarkreis Bamberg und der Landkreisgrenze Haßberge wird seit Mitte Mai eifrig gebaut: Der Landkreis Bamberg will hier in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Haßberge die Kreisstraßen zwischen Mürsbach und Losbergsgereuth ausbauen. „Die Fahrbahnen weisen jeweils einen schlechten Zustand mit Rissen, Setzungen und teils starken Verformungen auf. Zudem entspricht der Fahrbahnaufbau beider Straßen nicht mehr den aktuellen Erfordernissen“, teilt das Landratsamt Bamberg dazu mit.

Die Kreisstraßen BA 40 und HAS 57 zwischen Mürsbach und Ottneuses sind bereits wieder so gut wie neu und deshalb seit Freitag wieder für den Verkehr freigegeben. Aufgehoben bedeutet hier aber nur verschoben: Die Baustelle wechselt dann in den zweiten Bauabschnitt zwischen Losbergsgereuth und der Einmündung der Kreisstraßen HAS 63 / BA 41 in die Kreisstraßen BA 40 / HAS 57 nahe Ottneuses. Und auch hier ist weiterhin eine Vollsperrung im Bauabschnitt Richtung Losbergsgereuth nötig: Sie soll voraussichtlich bis Ende Oktober 2022 andauern.

Der landwirtschaftliche Anliegerverkehr kann in Absprache mit der Baufirma zugelassen werden, wie es aus der Verwaltungsgemeinschaft Ebern heißt. Losbergsgereuth bleibe weiterhin nur von Norden kommend erreichbar. Die Umleitungsstrecken führen weiträumig über Mürsbach/Hilkersdorf - Gleusdorf - Ebern – Rentweinsdorf/Treinfeld und umgekehrt und sind ausgeschildert.

3. Baunach und seine Brücken

Eine weitere Großbaustelle auf der Bundesstraße B 279 ist den Autofahrern Richtung Bamberg ebenfalls schon lange bekannt. Dabei geht es um gleich drei Brückenbauwerke (Mainflutbrücke, Mainbrücke und Baunachbrücke) südlich von Baunach, die nach Brückenprüfungen für dringend erneuerungswürdig befunden wurden. „Aus naturschutzfachlichen Gründen müssen die Bauarbeiten - für jede Brücke einzeln - in drei Bauabschnitten erfolgen“, heißt es vom Staatlichen Bauamt Bamberg. Die neue Mainflutbrücke wurde bereits im Herbst 2018 fertig gestellt, 2019 wurde mit der Mainbrücke das zweite Bauwerk erneuert. Im Zuge der Bauarbeiten wird auch ein Radweg mit angelegt, der die Situation für die Radfahrer zwischen Breitengüßbach und Baunach erheblich verbessern soll.

Seit Montag nun haben die Baumaßnahme zur Teilerneuerung der Brücke über die Lauter in Baunach begonnen. Die Naturstein-Bogenbrücke aus dem Jahre 1900 erhält eine neue Lastverteilungsplatte, einen neuen Fahrbahnbelag einschließlich neuer Abdichtung sowie beidseitig neue Gehwegkappen mit neuen Geländern. Doch auch hier geht es nicht ohne Vollsperrung der B 279: Die Bundesstraße ist zwischen der Ortsstraße „Würzburger Straße“ (St 2277) und den Ortstraßen „Am Lauterbach“ und „Magdalenenweg“ gesperrt – und zwar bis voraussichtlich Mitte Oktober 2022.

Die damit verbundenen Straßensperrungen und innerörtlichen Umleitungen sorgten in Baunach jedoch für „sehr viel Ärger und berechtigte Diskussion“, wie Bürgermeister Tobias Roppelt berichtet. Auf der Umleitungsstrecke durch das Siedlungsgebiet waren Hauswände und sogar eine Ampel, die den Schulweg sichert, angefahren worden. Nach einem Ortstermin am Dienstag zwischen Vertretern der Stadt Baunach, der Polizei, des Staatlichen Bauamtes sowie von Schule und Elternvertretern teilt das Staatliche Bauamt Bamberg nun mit: Bis zum Ende der Vollsperrung im Oktober muss der Schwerlastverkehr Baunach großräumig umfahren, und zwar über die A 73, A 70 und die B 4 . Damit dürfen nur noch Pkw die ausgeschilderte Umleitungsstrecke befahren; Schulbusse und Feuerwehr sei davon natürlich ausgenommen, heißt es seitens der Stadt Baunach. Organisiert wurden zudem für den nun stärker befahrenen Siedlungsbereich, in dem auch die Baunacher Schule liegt, eine Erhöhung der Schulweghelfer, vermehrte Präsenz der Polizei, vor allem zu den Schulwegzeiten der Kinder, und ein Aufruf an alle Verkehrsteilnehmer, Baunach möglichst zu umfahren.

4. Straßensperrung zum Altstadtfest

Am leichtesten zu verschmerzen sind sicher die temporären Straßensperrungen rund um das Eberner Altstadtfest. Marktplatz, Spitaltorstraße, Rückert- und Braugasse werden von Freitag, 22. Juli, 14 Uhr, bis Dienstag, 26. Juli, 9 Uhr für den Verkehr gesperrt. Zusätzlich sind die Ritter-von-Schmitt-Straße und die Kapellenstraße am Samstag von 20 Uhr bis Sonntag um 5 Uhr, sowie am Sonntag von 20 Uhr bis Montag etwa 140 Uhr und am Montag noch einmal von 20 Uhr bis Dienstag um 5 Uhr nicht befahrbar. Und wenn auch am Finanzamtsparkplatz keine Beach-Party mehr stattfindet, wird die Fläche dennoch für die Fahrzeuges des Festwirtes ab Samstag 14 Uhr zugemacht. Und Achtung, in diesem Fall auch an die Fußgänger: Der Durchgang über die Treppe zum Parkplatz am Wohnmobilstellplatz ist damit ebenfalls nicht möglich.

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