Zu Beginn des Verhandlungstages kommt der Rechtsmediziner Dr. Thomas Tatschner aus Würzburg zu Wort. Er nimmt Stellung zu den von Zeugen geschilderten Misshandlungen. Das Werfen des Babys aus rund zwei Metern Höhe auf den Fußboden: Die schwerste Verletzung ist ein Oberschenkelbruch, bei dem auch die Wachstumsfuge betroffen ist. Wenn das Kind Pech hat, wird es später Probleme mit dem Wachstum des linken Beines bekommen. „Das wird man aber erst in einigen Jahren sehen“. Es gebe allerdings operative Methoden, um das Knochenwachstum anzuregen. Hinzu kommen ein Bruch am linken Mittelfuß und einer an der rechten Mittelhand. Es sind mittelschwere Verletzungen, die folgenlos ausheilen. Es sei aber nur dem Zufall zu verdanken, dass der Säugling nicht mit dem Kopf aufgeschlagen sei. Die Tat sei deshalb potenziell lebensbedrohlich, wenn auch keine konkrete Lebensgefahr bestanden hätte.
Säuglings-Prozess Zufall verhinderte schwerere Verletzungen
Udo Güldner 05.12.2024 - 18:00 Uhr