Sana-Klinikum Coburg Erfahrener Chefarzt geht in Ruhestand

Dr. Christian Pohlig hat im Coburger Krankenhaus über Jahrzehnte vieles vorangebracht. Jetzt wurde er verabschiedet. Wie es mit der Akutgeriatrie weitergeht.

Dr. Christian Pohlig vor seiner Station im Coburger Klinikum. Foto: NP/Michael von Aichberger

Über 40 Jahre hat Dr. Christian Pohlig im Gesundheitswesen gearbeitet. In Coburg gilt er als einer der Vorreiter der Geriatrie, hat die interdisziplinäre Versorgung älterer Patienten maßgeblich geprägt und den Netzwerkgedanken in der Altersmedizin gefördert: So beschreibt das Sana-Klinikum in einer Pressemitteilung den Chefarzt, der jetzt in den Ruhestand verabschiedet wurde. Dabei sei sein langjähriges Engagement gewürdigt worden, insbesondere seine Rolle bei der Gründung des Weiterbildungsverbundes für Allgemeinmedizin Coburg. „Seine Arbeit hat die medizinische Versorgung älterer Menschen in der Region nachhaltig verbessert“. heißt es.

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Ab August werde sein Kollege Professor Dr. Johannes Kraft, Leiter der Fachklinik für Geriatrie und Rehabilitation, auch für Pohligs Gebiet, die Akutgeriatrie, verantwortlich zeichnen, „sodass alle Bausteine des 'Coburger Modells’ unter einer Leitung zusammengeführt werden. Ziel ist es, Synergien zu nutzen und die Versorgung älterer Patienten weiter zu stärken.“ Das Coburger Modell hat seinen Namen daher, weil die hiesige Geriatrie 1996 das erste Zentrum wurde, das moderne Rehabilitation mit medizinischer Rundum-Versorgung eines Schwerpunktkrankenhauses verbunden hat.

Die Geriatrie oder Altersmedizin selbst ist das Fachgebiet, das sich mit der Diagnose und medizinischen Versorgung älterer Menschen in all ihren Ausprägungen beschäftigt. Diese wird vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zur gesellschaftspolitischen Herausforderung und stelle auch die Medizin vor immer neue Aufgaben. Ältere Menschen litten oft an mehreren Erkrankungen zugleich. Daher sei eine interdisziplinäre Behandlung im Krankenhaus für sie von besonderer Bedeutung, schreibt Sana. Die Akutgeriatrie konzentriere sich dabei auf die Behandlung älterer Menschen mit akuten Erkrankungen und Verletzungen. Ziel ist neben der Behandlung auch die Wiederherstellung oder Verbesserung der Selbstständigkeit und der Lebensqualität.

Mehr als 40 Dienstjahre

Über 40 Dienstjahre, davon 19 als Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Altersmedizin, hat sich Pohlig am Coburger Klinikum und in der Versorgungsregion engagiert. Viele Jahre war er zudem Vorsitzender des bayerischen Landesverbandes für Geriatrie. Der ärztliche Direktor Dr. Georg Breuer bezeichnete Pohlig in seiner Laudatio bei der Verabschiedung als „Pionier und Vordenker“ auf dem Gebiet, der lange vor Gesetzgeber, Kassen und Behörden die Notwendigkeit erkannt habe, auch im klinischen Bereich die Weichen für eine alternde Bevölkerung zu stellen.

Dass er dies nicht als „One-Man-Show“ getan, sondern stets den Netzwerkgedanken gelebt habe, betonte Geschäftsführerin Melanie John. Eine große Errungenschaft Pohligs sei die Gründung des Weiterbildungsverbundes für Allgemeinmedizin Coburg gewesen, mit dem auch das Klinikum einen Beitrag zur Sicherung der medizinischen Versorgung für die Region beitrage. Das soll auch künftig sichergestellt bleiben, so John.

Johannes Kraft fand für seinen engen Kollegen herzliche Worte: „Mit Christian Pohlig verabschieden wir einen Vorkämpfer für die Altersmedizin, einen verdienten Kollegen und Mediziner, der sich für die Altersmedizin am Standort und darüber hinaus, aber vor allem stets für das Wohl seiner Patienten eingesetzt hat.“

Zukunft des Zentrums für Altersmedizin

Kraft selbst wird künftig neben der stationären, ambulanten und mobilen Rehabilitation, der geriatrischen Tagesklinik und der Palliativversorgung auch die Frührehabilitation von älteren Patienten mit akuten Erkrankungen oder Verletzungen verantworten. Das Zentrum für Altersmedizin werde neben den genannten Bereichen durch die Instituts- und Gedächtnisambulanz sowie die Therapieambulanzen komplettiert, heißt es in der Sana-Mitteilung.

Chefarzt PD Dr. Gerald Braun übernehme erweiterte Verantwortung für die Patienten der Allgemeinmedizin, die ebenfalls in Pohligs Zuständigkeit fielen. Braun leite fortan die Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie.