Sand unterstützt im Kampf gegen Corona Sport- und Kulturhalle wird zum Impfzentrum

An den nächsten drei Wochenenden können sich Impfwillige in Sand ihren Piks holen. Und auch zusätzliche Testmöglichkeiten wird es geben.

Nach Mitteilung des Landratsamtes Haßberge stehen die beiden Impfstoffe Johnson und Johnson (ab 18 Jahre) und Biontech (ab zwölf Jahren mit Zustimmung der Eltern) zur Verfügung. Foto: /René Ruprecht

Sand/Kreis Haßberge - Auf die dramatische Entwicklung der letzten zwei Wochen bei den Covid 19-Erkrankungen hat die Gemeinde Sand reagiert und zusammen mit den Hausärzten, der Wasserwacht Zeil-Sand und dem Landratsamt Haßberge über das Wochenende ein Angebot zum Impfen und Testen entwickelt, wie Sands Bürgermeister Bernhard Ruß mitteilt. An den nächsten drei Wochenenden (jeweils Freitag und Samstag) sollen insgesamt 26 Stunden geimpft werden. Darüber hinaus werden an den nächsten drei Sonntagen Schnelltests durchgeführt. Die Sport- und Kulturhalle wird somit vorübergehend zum Impf- und Testzentrum. „Es wäre zu wünschen, dass auch andere Kommunen ihrer Testmöglichkeiten erhöhen, zumindest bis die vom Staat organisierten Zentren wieder hochgefahren werden“, so Ruß.

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Die Zeit zum Handeln dränge. „Die Betten auf den Intensivstationen gehen aus. Der Landkreis Haßberge hat den Inzidenzwert von 600 überschritten und ist seit Tagen damit Spitzenreiter in Unterfranken. Ein Titel auf den wir gerne verzichten würden“, so Ruß weiter. „Innerhalb der vergangenen Woche ist die Zahl der mit Covid19-Infinzierten in unserer Gemeinde von 14 auf 21 gestiegen; bisher wurden 209 Einwohner von dieser Krankheit befallen, für einige mit tödlichem Ausgang.“ Weitere Covid-Erkrankungen von Sander Bürgern seien mittlerweile bekannt geworden. „Dies betrifft auch das Umfeld von Angestellten der Gemeindeverwaltung, sodass derzeit nur eine Rumpfmannschaft zur Verfügung steht.“

Die Impfungen zu erhöhen, sei das Gebot der Stunde. Um im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag zur Verbesserung des Impfangebots zu leisten, haben Bürgermeister Bernhard Ruß sowie die örtlichen Hausärzten Dr. Sebastian Rehling und Dr. Michael Eis, Manfred Bergmann von der der Wasserwacht Sand/Zeil und Nadja Tenner dem Landratsamt Haßberge in der Gemeinde Sand zusätzliche Termine zum Impfen und Testen organisiert.

Die Sander Hausärzte Dr. Rehling und Dr. Eis haben sich bereit erklärt, außerhalb ihrer Dienstzeiten zusammen mit einer Arzthelferin zur Verfügung zu stehen. Um die für die Impfung erforderlichen Formalitäten zu erledigen, verstärken Julia Müller, Vanessa Bergmann, Gabi Bergmann, Leonie Mahr und Peter Kuhn die Impfteams. Die Gemeinde stellt für die Impfung das Foyer in der Sport- und Kulturhalle mit Nebenräumen zur Verfügung, ebenso die technische Ausrüstung. Der Landkreis Haßberge übernimmt die Schulung des zusätzlichen Personals und besorgt den Impfstoff.

Nach Mitteilung des Landratsamtes Haßberge stehen die beiden Impfstoffe Johnson und Johnson (ab 18 Jahre) und Biontech (ab zwölf Jahren mit Zustimmung der Eltern) zur Verfügung. Mitzubringen sind der Impfpass und ein gültiger Lichtbildausweis. Der digitale Impfnachweis wird vor Ort ausgestellt. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, ist bei dieser Sonderimpfaktionen eine Terminvereinbarung über das Bayerische Impfportal (BayIMCO) unter www.impfzentren.bayern.de notwendig. Aktiviert werden soll auch wieder die durch die Wasserwacht Sand-Zeil betriebene Teststation. Zunächst können am 28. November sowie 5. und 12. Dezember von 10 bis 11.30 Uhr kostenlose Tests durchgeführt werden. Bei genügender Nachfrage können die Testtermine verlängert werden.

Das Gesundheitsamt Haßberge meldet zudem 73 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und einen weiteren Todesfall. Dabei handelt es sich um einen 80-jährigen Mann mit Vorerkrankungen (doppelt geimpft), der in einer Klinik mit/an Covid 19 verstorben ist. Aktuell infiziert sind 852 Personen, es gibt 30 Corona-Patienten, die stationär in Kliniken behandelt werden, vier davon intensivmedizinisch. In häuslicher Isolation befinden sich 520 Personen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt laut Robert-Koch-Institut 626,5. red