Sanierung im Neustadter Bauhof An Sitzgruppen nagt der Zahn der Zeit

Nach der Sanierung durch Andreas Gutmann (links) und Matthias Seifert geht es für die Sitzgruppe wieder an den angestammten Platz zurück. Die Bürger warten schon sehnsüchtig darauf. Foto: Tischer

Die Sitzgruppen in Neustadt brauchen ab und an eine Frischzellenkur. Vor Ort ist das nicht möglich, und so werden sie im Bauhof erneuert.

Neustadt - Sie prägen das Stadtbild, auch wenn sie „nur“ aus Holz gefertigt sind: hübsche Sitzgruppen mit schützendem Dach und praktischem Nutzen. Man sieht sie allenthalben an Ausfallstraßen genauso wie an Radwegen und an exponierten Stellen wie dem Familienwald. Und sie werden von der Bevölkerung bestens angenommen.

Doch auch an diesen, vom Bauhof gezimmerten Bänken nagt der Zahn der Zeit. Schließlich wurden die ersten vor 20 Jahren aufgestellt. „Es sind Reparaturen notwendig, die man aber nicht oder nur schlecht vor Ort durchführen kann“, erläutert der stellvertretende Bauhofleiter Lothar Geuther.

Deshalb werden sie in den Bauhof gebracht, wo die Fachleute alle Werkzeuge zur Verfügung haben, um den Sitzgruppen wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. „Da sind natürlich erst einmal die Wetterspuren zu beseitigen. Beispielsweise hat ein Sturm der Sitzgruppe in Fürth am Berg arg zugesetzt“, so Geuther.

Leider gebe es aber auch immer wieder mutwillige Zerstörungen. Wie die im Familienwald in Wildenheid: „Hier haben Vandalen zugeschlagen“, prangert Geuther an. „Müllkübel und Dachpappe wurden heruntergerissen sowie in den Tisch ein großes Loch eingebrannt.“

40 Sitzgruppen im Stadtgebiet und in den Stadtteilen gibt es, und allein damit hat der Bauhof alle Hände voll zu tun. „Aber es ist ein schöner Service der Stadt und hat so etwas wie Alleinstellungscharakter“, meint Geuther. „Angefangen hatte es an den Radwegen, als unser früherer Bauhofleiter Heinrich Luthardt damit begann, die ‚Wetterhäuschen‘ oder ‚Brotzeitraststellen‘ einzurichten“, blickt Geuther zurück.

Geuther lobt auch die Sitzbänke, die Bürgermeisterin Elke Protzmann vor allem für Senioren hatte aufstellen lassen. „Da trauen sich die älteren Leute, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, doch gleich mehr zu, denn sie wissen, man kann sich am Fischersteich ausruhen und die nächste Sitzgruppe steht dann schon gegenüber dem Malerbedarf“, erläutert Geuther. Aber auch für Brotzeiten wird das Ensemble genutzt, wie etwa an den beiden Familienwäldern. „Hier sitzen öfter Leute, die einen Baum gepflanzt haben und halten inne“, berichtet er. Doch nun müssen sie erst einmal zwei Wochen auf diese Möglichkeit verzichten. Die Sitzgruppen werden im Bauhof auf Vordermann gebracht; unter anderem wird die Dachpappe mit Schindeln ersetzt, neue Bretter werden eingesetzt und das Holz neu eingelassen. Geuther hat damit die Schreiner beauftragt.

Danach geht es wieder mit Tieflader und Radlader zum angestammten Platz, wo das schmucke Teil wieder seine Besucher erfreut. „Neue sind derzeit nicht geplant, die letzte Sitzgruppe wurde auf dem neuen Spielplatz in Wildenheid eingerichtet“, stellt Geuther klar.

Schließlich dankt Geuther Privatinitiativen und Vereinen wie dem Bürgerverein Meilschnitz, die sich um den Zustand der Sitzgruppen kümmern. „Sie bekommen von uns das Material, und die Mitglieder pflegen die Sitzgruppe an der Straßenkreuzung Wildenheid-Meilschnitz.“ In Sachen Familienwald sieht Geuther die nächste Pflanzung in Wildenheid für den Herbst vor. „Ob dann wieder mit Publikum oder wie letztes Jahr ganz im Stillen, wird Corona entscheiden“, so Geuther.

 

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