Schaden im Hofer Zoo Sammy und Khedira brauchen neues Heim

Ein herabgefallener Ast hat das ohnehin marode Luchsgehege im Hofer Zoo stark beschädigt. Bringt das nun Bewegung in die Pläne des Zoos, das Gehege zu sanieren und zu erweitern?

Hof - Das Sturmtief Ignaz bläst heftig seit den frühen Morgenstunden, Zoo-Mitarbeiter sind dabei, das Gelände von herabgefallenen Ästen, Zweigen und Blättern zu säubern. Viele Tiere haben sich in die Innengehege verzogen, die Alpakas, die Kapuzineraffen und die Esel lassen sich vom heftigen Wind nicht beeindrucken. Die Luchse, das Geschwisterpaar Sammy und Khedira, sind allerdings massiv gestresst – gegen 8 Uhr morgens ist ein großer Ast auf ihr ohnehin sanierungsbedürftiges Gehege gestürzt und hat es massiv beschädigt.

Der Zoo blieb am Donnerstag – wie die meisten Tierparks in Franken – geschlossen. Auch am Freitag werden keine Besucher hineingelassen. Denn der Zoo muss zunächst sehen, wie es weitergeht.

Während einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz erklärte der Zooleiter David Pruß, was geschehen ist und wie es weitergehen könnte: „Uns ist heute Morgen ein großes Stück Ahorn auf das Außengehege gefallen. Die komplette Stahlkonstruktion ist hinüber.“ Die Luchse wurden ins angrenzende Trainingsgehege versetzt, wo sie nun erst mal bleiben sollen.

Die Umsiedlung der Tiere sei schwierig gewesen, berichtet Obertierpflegerin Stefanie Hegner: „Die Luchse waren massiv gestresst und haben sich weder mit Futter noch mit Rufen ins Trainingsgehege locken lassen.“ Die Feuerwehr musste die Tiere mittels Löschspritzen ins kleinere Gehege treiben, eine andere Unterbringungsmöglichkeit hat der Zoo nicht.

Nun werden Sammy und Khedira auf unbestimmte Zeit dort bleiben müssen, unter der Supervision des Veterinär- und des Ordnungsamts. Pruß hofft, dass es nicht länger als zwei Monate sein werden. Der Zooleiter würde die Tiere am liebsten – bis geklärt ist, wie es mit dem Gehege weitergeht – in einem benachbarten Tierpark unterbringen.

Die Standsicherheit des Geheges sei massiv beeinträchtigt, erläuterte Pruß. Außerdem wisse man nicht, ob weitere Äste auf das Gehege herabfallen werden. Zunächst werde man schweres Gerät brauchen, um den großen Ast zu entfernen. Dann müssten Experten einschätzen, ob das Gehege abgerissen werden muss oder nicht. „Wenn wir neu bauen müssen, dann wird das ein kleinerer sechsstelliger Betrag werden“, schätzte Pruß.

Das Gehege könne auch erst dann abgerissen werden, wenn die Tiere woanders untergebracht sind. Auch mögliche Reparaturen am Luchsgehege, die wohl umfangreich ausfallen würden, könnten angesichts der Baustoffknappheit lange dauern.

Da die Pfleger das kleine Trainingsgehege nicht betreten können, werden die Luchse vorerst mit kleineren Portionen durch das Gitter gefüttert, erläuterte Obertierpflegerin Hegner. Bauzäune um das Trainingsgehege herum sollen die Tiere vor neugierigen Besuchern schützen, um sie nicht unnötig zu belasten.

Ob es im Zoo noch weitere Schäden gibt, werde sich in den nächsten Tagen herausstellen, sagte Pruß. Den Tieren gehe es gut, die meisten hätten sich freiwillig in die Innengehege vor dem Sturm in Sicherheit gebracht.

Dieser Vorfall könnte Bewegung in die langjährigen Pläne des Zoos bringen: Seit Jahren möchte der Zoo das Luchsgehege sanieren und erweitern. Eine größeres Außengehege würde es dem Zoo ermöglichen, an einem Luchs-Zuchtprogramm teilzunehmen, ein lang gehegter Traum der Zoo-Verantwortlichen. Dafür braucht der Zoo einen schmalen Streifen Fläche vom Theresienstein-Gelände. Die Erweiterungspläne sind bisher aber daran gescheitert, dass eine Anfrage des Zoos an die Stadt unbeantwortet geblieben ist. 

„Ein Okay seitens der Stadt zur Erweiterung des Geheges würde es uns ermöglichen, ein neues tiergerechteres Gehege zu bauen“, sagte Pruß. „Das wäre fantastisch,“ ergänzte Andrea Steiner, Vorsitzende des Trägervereins „Zoologische Gesellschaft Hochfranken“.

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