Depp und Heard hatten sich 2009 bei den Dreharbeiten zu dem gemeinsamen Film „The Rum Diary“ kennengelernt. Ihre Romanze begann 2011 auf einer Werbetour für den Film, nach Depps Trennung von seiner langjährigen Partnerin, der französischen Schauspielerin Vanessa Paradis, mit der er zwei Kinder hat. 2015 heirateten Depp und Heard, doch nach nur 15 Monaten Ehe reichte die Schauspielerin die Scheidung ein, nach Vorwürfen von häuslicher Gewalt.
Depp vermeidet Blickkontakt
Im Gerichtssaal saßen die Ex-Eheleute nur wenigen Meter voneinander entfernt. Depp vermied den Blickkontakt, hielt seinen Kopf häufig gesenkt. In seiner Zivilklage hält Depp der Schauspielerin vor, in einem 2018 von der „Washington Post“ veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Dies habe seinem Ruf und seiner Karriere geschadet. Wegen Verleumdung klagt er auf rund 50 Millionen Dollar (gut 46 Millionen Euro) Schadenersatz. Heard pocht in einer Gegenklage auf 100 Millionen Dollar. Sie macht geltend, dass Depps Ex-Anwalt Adam Waldman mit einer Schmutzkampagne ihrem Ansehen geschadet habe.
Geschworene haben das letzte Wort
Vor zwei Jahren hatte Depp in London mit einer Klage gegen die Boulevardzeitung „Sun“ eine Niederlage einstecken müssen. Es ging um einen Artikel, in dem behauptet wurde, Depp habe als Frauenschläger („wife beater“) Heard körperlich misshandelt. Nach einem Prozess mit heftigen Vorwürfen wies der High Court die Klage am Ende ab. Die Mehrheit der in der Zeitung erwähnten Vorwürfe habe sich als wahr erwiesen, stellten die Richter in ihrem Urteil fest.
Er sei davon „besessen“, die Wahrheit ans Licht zu bringen und seinen Namen reinzuwaschen, sagte Depp zum Auftakt des laufenden US-Verfahrens. Dieser Prozess sei niemandem leicht gefallen, sinnierte der Schauspieler am Mittwoch im Zeugenstand. „Aber ganz gleich, was passiert, ich bin hierhergekommen und ich habe die Wahrheit gesagt“. Nun haben sieben Geschworene das letzte Wort.