Schlangenfund in Weidhausen Mädchen rettet Kornnatter das Leben

Die Kornnatter in ihrem neuen Zuhause in Heldburg. Foto: /privat

Beim Spaziergang entdeckt ein junges Mädchen in Weidhausen eine Schlange. Die Kleine wird zum Schutzengel für das Tier.

Weidhausen - Sonntagnachmittag in Weidhausen: Eine Mutter ist mit ihrer Tochter in der Mühlgasse unterwegs, als dem Mädchen auf dem Boden etwas orange-bräunliches auffällt. Erst denken beide, es handelt sich um eine bereits tote Schlange, dann aber bewegt sich das Tier. Die Mutter informiert die Feuerwehr Weidhausen und die wiederum das Tierheim in Coburg, das für solche Fälle täglich und auch am Wochenende einen Notdienst hat.

Kurze Zeit später klingelt dann bei Christian Kirchner in Heldburg das Telefon. Der gebürtige Ahorner und seine Frau sind erste Ansprechpartner wenn in der Region Schlangen gefunden werden. „Schon auf dem uns zugeschickten Foto konnten wir erkennen, dass es sich um eine Kornnatter handelt“, erzählt er. Diese ist ungiftig, aber eigentlich in Nordamerika zu Hause. „Ich denke daher, sie ist ausgesetzt worden“, sagt er.

Das gut 90 Zentimeter lange Tier, das er in Weidhausen abgeholt hat, ist noch nicht ausgewachsen. „Diese Nattern werden 1,30 bis 1,40 Meter lang“, weiß der Experte. Auffällig seien ihre Farbe sowie die Musterung. Wahrscheinlich deshalb ist sie dem Mädchen in Weidhausen überhaupt aufgefallen. Die Kleine sei die Rettung für das Tier gewesen, betont Christian Kirchner. „In der Nacht hatten wir Minusgrade. Das hätte die Schlange nicht überlebt“, ist er sich sicher. Kräftig unterkühlt habe er die Natter mit nach Hause genommen. In Heldburg, wo er und seine Frau ihrem Hobby Terraristik nachgehen, werde sie jetzt langsam aufgepäppelt. „Neben der Kälte hat ihr auch der Wassermangel zugesetzt. Sie muss schon länger da draußen gewesen sein“, vermutet er.

Mit der Kornnatter aus Weidhausen haben die Kirchners aktuell 42 Schlangen in ihrem Haus – vorwiegend in Terrarien. Ihre Netzpython hat hingegen sogar ein eigenes Zimmer mit Regenwald und Wasserbecken um sich wohlzufühlen.

Kornnattern sind die am häufigsten im Terrarium gehaltenen Schlangen, weil sie leicht zu pflegen und außerdem sehr friedlich sind. „Man benötigt weder eine Genehmigung noch einen Herkunftsnachweis“, so Christian Kirchner. Auch wenn sie zu den Würgeschlangen zählen, geht von ihnen keine Gefahr aus.

Der Tiernotdienst des Coburger Tierheimes ist täglich von 17 bis 22 Uhr im Einsatz. „Jeder von uns tut das ehrenamtlich“, betont Angela Sporniak, die Vorsitzende des Tier- und Naturschutzverein Coburg.

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