Schmölz Frischekur für ein Mauerblümchen

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Er ist sechs Kilometer lang, 30 Jahre alt – und nicht gerade ein Besuchsmagnet. Nun soll aber der ökologisch-botanische Lehrpfad bei Schmölz wieder aufgewertet werden.

Schmölz - Die Gemeinde Küps ist das Eingangstor zum Naturpark Frankenwald. Und im Ortsteil Schmölz gibt es einen Schatz, der etwas versackt ist, aber nun wieder gehoben werden soll. Es geht um den ökologisch-botanischen Lehrpfad nahe dem Ort. Der etwa sechs Kilometer lange Weg durch die Natur, den es seit rund 30 Jahren gibt und den Menschen die heimische Natur näherbringt, soll aufgemöbelt werden.

Nur wenige Besucher und Wanderer kommen zu diesem Lehrpfad, um sich bewusst über die dortige Natur zu informieren. Ein Lehrpfad ohne Lernende? Das passt nicht zusammen. Und das soll sich ändern. Kürzlich hat der Küpser Bürgermeister Bernd Rebhan dem Bauausschuss seiner Marktgemeinde verkündet, dass dieser einmalige Naturlehrpfad auf ein zeitgemäßes Niveau gehoben werden soll (die NP berichtete). Die Marktgemeinde hat ein Interesse an einer guten Zukunft für diese Einrichtung. Immerhin obliegt ihr der Unterhalt. Sie kommt seit vielen Jahren für die Kosten auf, die der Lehrpfad verursacht.

Der Lehrpfad soll den heutigen Erfordernissen an Besucherwünsche angepasst werden. Es geht unter anderem um eine Erneuerung der Informationstafeln entlang des Pfades. Aber das ist nicht alles. Die heimische Natur soll noch viel stärker im Bewusstsein der Bevölkerung verankert werden.

Für die Verwirklichung dieses Projektes sind Experten eingebunden, die sich mit dem Lehrpfad gut auskennen. So vor allem Professor Carl Beierkuhnlein, der den Naturlehrpfad 1991 konzipiert hat. Der Wissenschaftler ist heute Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls Biogeografie an der Universität Bayreuth. Er soll gemeinsam mit der Marktgemeinde Küps den Lehrpfad auf den neuen Stand bringen.

„Die Lage des ökologisch-botanischen Lehrpfades ist optimal, um Zusammenhänge zwischen Boden, Gestein und Biodiversität zu erkennen und einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen“, sagt Beierkuhnlein der NP. Neukonzipierung bedeute eine Frischzellenkur, verbunden mit einem neuen Design und auch neuen Möglichkeiten der Vermittlung von Inhalten über digitale Medien. „Wir wollen auch die Jugend für die Natur begeistern.“

Von der geplanten Frischzellenkur für den Lehrpfad verspricht sich Carl Beierkuhnlein indessen „mehr Interesse und Begeisterung für die Natur“. Um Menschen für die Natur zu gewinnen, reiche es nicht aus, Filme anzusehen. „Das geht nur über persönliche Naturerfahrung und nicht durch Bücher oder Filme. Genau dies wird durch den Lehrpfad angeregt, “ so Beierkuhnlein. „Intensivere Beschäftigung mit der Natur“ sollte sein, „weil wir neue und insgesamt komplexere Herausforderungen haben.“

Das Projekt ist indessen noch nicht in trockenen Tüchern. Bislang gibt es noch keinen offiziellen Antrag auf finanzielle Förderung. „Zunächst arbeiten wir noch am Konzept. Wenn die Kosten ermittelt sind, stellen wir einen Antrag beim Naturpark Frankenwald. Die Förderung soll über das Bayerische Staatsministerium für Umwelt erfolgen. Konkrete Zahlen gibt es noch nicht“, sagt der Küpser Rathauschef.

Allerdings scheint es kaum ein Problem zu sein, dass für dieses Projekt öffentliche Gelder fließen werden. „Dieses Projekt ist förderwürdig“, heißt es aus dem Landratsamt in Kronach.

 
 

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