Schon wieder Streik Am Samstag fahren in Bayreuth fast keine Busse

Wer an diesem Wochenende Bus fahren will, braucht einen Plan B. Im Tarifkonflikt des Nahverkehrs ruft die Gewerkschaft Verdi ab diesem Freitag bis Sonntag zum Streik auf. Die neueste Streikrunde fällt somit direkt ins Osterferien-Wochenende.

An diesem Freitag und Samstag wird am ZOH in Bayreuth weniger los sein: Verdi ruft zum Streik auf. Foto: Adeline Lehmann

Jetzt also Streik in den Osterferien. In Bayreuth wird der ganze Verkehrsbetrieb der örtlichen Stadtwerke inklusive Fahrpersonal ab diesem Freitag, 10. April, ab 0 Uhr bis Sonntag, 12. April, 2 Uhr, bestreikt. „Die mehrtägigen Streiks wurden bewusst in den Osterferien anberaumt, um den Schülerverkehr nicht erneut zu belasten“, so die verantwortliche Gewerkschaftssekretärin Jessica Rauch laut einer Verdi-Pressemitteilung vom Mittwoch.

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„Die Beschäftigten aus Bamberg und Bayreuth werden gemeinsam mit einem Demozug und einer Kundgebung auf den gestiegenen Druck auf das Personal aufmerksam machen und die gerechtfertigten Forderungen der Tarifrunde unterstreichen. Wer auch in Zukunft auf einen guten ÖPNV zurückgreifen will, darf dem Finanzierungsdruck nicht durch Einsparungen bei den Mitarbeitenden entgegnen, sondern muss sich politisch für eine bessere Finanzausstattung der örtlichen Verkehrsbetriebe stark machen.“

Verdi will den Druck erhöhen

Hintergrund des Streiks ist die laufende Tarifrunde für den Nahverkehr in Bayern. Am 15. April steht die fünfte Verhandlungsrunde an. Verdi fordert eine Entgelterhöhung von insgesamt 550 Euro in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Zudem will die Gewerkschaft eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit durchsetzen – ein zentraler Punkt vor allem für Beschäftigte im Fahrdienst.

Deutschlandweit wurden in mehreren Bundesländern bereits Tarifeinigungen erzielt, in denen laut Verdi „deutliche Entlastungsregelungen wie maximale Schichtlängen und minimale Ruhezeiten festgeschrieben wurden“. Die Verdi-Branchenkoordinatorin Katharina Wagner erklärt dazu: „Was in anderen Bundesländern machbar ist, muss auch in Bayern umsetzbar sein. Die Gesundheit der Beschäftigten ist kein Nice-to-have, sondern elementar für die Zukunftsfähigkeit des ÖPNV.“

Das fordert Verdi

Der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, Sinan Öztürk, betont: „Seit vier Verhandlungsrunden liegen unsere Argumente auf dem Tisch und wir sind bereit, sie immer wieder zu erklären. Da die Arbeitgeber für diese offenbar immer noch zu wenig zugänglich sind, bleibt uns nichts anderes übrig als den Druck durch Streik nochmal zu erhöhen.“

Verdi hält es für sinnvoll, sich auf einen schrittweisen Prozess zur Arbeitszeitverkürzung zu verständigen, der über 48 Monate laufen kann. Auch bei der konkreten Ausgestaltung der Reduzierung bestehe weiterhin Verhandlungsspielraum. „An diesem Punkt zeigen die Arbeitgeber ebenso wenig Verhandlungsbereitschaft wie an der Festschreibung der Mindestruhezeit auf elf Stunden“, moniert Verdi in der Pressemitteilung.

Um den Druck vor der fünften Verhandlungsrunde zu erhöhen, ruft Verdi in dieser Woche in mehreren bayerischen Städten zu Streiks auf, darunter auch in Bamberg und Bayreuth.

Demo in Bayreuth geplant

Am Freitag, 10. April, startet zudem eine gemeinsame Demo um 10 Uhr in Bayreuth am Parkplatz Mainüberdachung und endet mit einer Kundgebung am Stadtparkett. Neben den Beschäftigten sollen sich auch einige Unterstützer dem Demozug anschließen.

Auch die Stadtwerke rechnen laut einer Pressemitteilung vom Mittwoch an beiden Streik-Tagen mit „erheblichen Einschränkungen“ im Busbetrieb.

Streikfahrplan gibt auskunft

Am Freitag, 10. April, könne mit Unterstützung von Partnerunternehmen noch knapp die Hälfte des Fahrplanangebots aufrechterhalten werden. Am Samstag, 11. April, falle ein deutlich größerer Teil der Fahrten aus. Welche Verbindungen konkret stattfinden, ist in einem Streikfahrplan auf der Internetseite der Stadtwerke veröffentlicht. Auch die Fahrplanauskunft des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) zeigt die Änderungen an.

Nicht betroffen sind nach Angaben der Stadtwerke die Regionalbuslinien im Umland sowie der Schienenverkehr. Ab Sonntag, 12. April, soll der Stadtbusverkehr wieder planmäßig laufen.

Weitere Bereiche der Stadtwerke bleiben vom Streik unberührt: Die Energie- und Wasserversorgung, Parkeinrichtungen sowie Bäder und Thermen laufen regulär weiter. Das Kundencenter Verkehr am ZOH ist am Freitag geöffnet.