Schülerprojekt à la Picasso Verschobene Köpfe

Malen wie Picasso: Die Erstklässler der Luther-Grundschule gestalten tolle Porträts und Collagen im Stil des spanischen Künstlers. Und drauf hat es jeder Einzelne.

Coburg - Nasen, die ein wenig seltsam anmuten und sich nicht unbedingt an der richtigen Stelle befinden, asymmetrische Formen, verschobene Augen und das alles in knall- und quietschebunt. So malte, sehr salopp ausgedrückt, Picasso und so machten es die Erstklässler der Coburger Luther-Grundschule nach: In einem tollen Kunstprojekt gestalteten sie unter der Leitung ihrer Lehrerin Heidi Schulz-Scheidt Collagen, Porträts und den Weihnachtsmann, den „père Noël“. Die Pädagogin ist von ihren 25 jungen Künstlerinnen und Künstlern absolut begeistert: „Es kommt bei jedem Kind zu hundert Prozent was raus, da jedes individuell gestalten und mit den Farben experimentieren darf. Es ist ja nichts festgelegt oder vorgegeben. Die Schüler können ihrer Fantasie freien Lauf lassen.“

Und man müsse auch nicht extrem begabt für Malen und Zeichnen sein, so Heidi Schulz-Scheidt weiter. Ihre Schützlinge hatten riesigen Spaß beim Schneiden und Malen und bezeichneten ihre Werke als „verschobene Köpfe.“

Klar, dass Picasso nicht unbedingt auf dem Lehrplan der ersten Klasse Grundschule steht, sondern das Projekt in den Bereich „Bildbetrachtung“ fällt. Angefangen hat es mit dem „père Noël“, an dem die Kinder so viel Freude hatten, dass sie zum einen Weihnachtskarten gestalteten und zum anderen sich das Thema wie von selbst entwickelte. Der Weihnachtsmann entstand mit Wachsmalkreide aus geometrischen Formen, Wellenlinien und Bögen, was so viel Spaß machte, dass die Nachwuchskünstler im Anschluss daran eine Collage rein aus geometrischen Formen erstellten, bis sie dann Picassos „Gitarren-Collage“ als schwarz-weißes Arbeitsblatt bekamen, dieses färben und neu zusammenstellen durften. „Ich habe ihnen dabei freie Hand gelassen“, so die „Kunstbeauftragte“ der Lutherschule, der die Freude über die kleinen Meisterwerke deutlich anzumerken ist“, „sie durften so zerschnippeln und zusammensetzen, wie sie wollten.“ In der letzten der vier Projektphasen ging es dann mit Wasserfarben an die typischen Picasso-Frauenporträts mit den „verschobenen Köpfen“. „Sicher mit Wiedererkennungswert“, wie Heidi Schulz-Scheidt lachend bemerkt.

Die Werke sind derzeit in der Lutherschule auf Stellwänden zu sehen, „leider können wir sie wegen der Pandemie nicht in einer Ausstellung präsentieren“, so die Pädagogin.

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