Schulen im Landkreis Coburg Keine weiteren mobilen Luftreiniger

Mathias Mathes

Der Kreis- und Strategieausschuss empfiehlt, ­stattdessen zentrale ­Systeme einzubauen, wenn Sanierungen anstehen.

Weitere dezentrale Lüftungsanlagen in Schulen des Landkreises Coburg wird es nicht geben.Foto: Arne Dedert/picture alliance/dpa Foto:  

Coburg - Der Landkreis Coburg wird in seinen Schulen keine weiteren dezentralen Lüftungsanlagen aufstellen lassen. Dafür sprach sich zumindest der Kreis- und Strategieausschuss bei seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig aus. Jetzt liegt der Ball beim Kreistag, der das Thema am kommenden Donnerstag noch einmal aufgreifen wird.

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Die Belüftung von Klassenzimmern und anderen Schulräumen ist nicht erst seit Corona ein Thema. Durch die Pandemie ist der Ruf nach Lüftungssystemen jedoch lauter geworden. Sie sollen einen Beitrag zur Verminderung des Ansteckungsrisikos leisten. Wie die im Landratsamt für Hochbau zuständige Andrea Aust erklärte, gibt es daher eine staatliche Förderung für den Einbau von Lüftungsgeräten. Ungeachtet dessen bleiben hohe Kosten für die Sachaufwandsträger der Bildungseinrichtungen, in diesem Fall der Landkreis Coburg. Beispielsweise müssten laut Aust an der Realschule Neustadt 39 Räume nachgerüstet werden, was eine Investition von rund 1,5 Millionen Euro bedeuten würde. Die maximale Förderung beträgt aber lediglich 500 000 Euro. Den Finanzbedarf für alle infrage kommenden Schulen – neben der Realschule Neustadt das Arnold-Gymnasium, die Realschule CO II und die Staatliche Berufsfachschule in Coburg – bezifferte Aust auf circa 3,8 Millionen mit einem Eigenanteil des Kreises in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro.

Mit oder ohne Corona sei eine gute Belüftung der Schulräume von Bedeutung für die Aufenthalts- und Lernqualität, so Rainer Mattern (CSU/LV). Dem flächendeckenden Einbau von Lüftungsgeräten für jedes Zimmer stand er jedoch kritisch gegenüber. „Macht dieses Vorgehen wirklich Sinn?“, fragte Weidhausens Bürgermeister Markus Mönch (ULB). Eher weniger, meinte Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan. Es sei eine große Belastung für die Schülerinnen und Schüler, würden die Geräte während des Schulbetriebs eingebaut. Die Maßnahme sei nur sinnvoll, wenn ein Schulhaus sowieso von Grund auf saniert werde. Darüber hinaus werde die hohe Nachfrage nach Geräten ohnehin einen Strich durch die Rechnung machen. Lieferengpässe führten zu langen Wartezeiten.

Für zentrale Lüftungsanlagen sprach sich Rainer Marr (CSU/LV) aus. Ihr Einbau erfordere weniger Aufwand und koste weniger. Andrea Aust wies darauf hin, dass solche Anlagen nur bei einer Generalsanierung von Schulen machbar seien. Beim Beta-Bau des Arnold-Gymnasiums sei dies jetzt berücksichtigt worden. Stehe eine Sanierung an, sollte die zentrale Lüftung künftig stets eingebaut werden, meinte der Rödentaler Bürgermeister Marco Steiner (Freie Wähler). „Jetzt sollten wir keine Hauruckaktion machen“, sagte er im Hinblick auf die Anschaffung zahlreicher mobiler Geräte zur dezentralen Belüftung.

Auch Landrat Sebastian Straubel zeigte sich nicht überzeugt. Er änderte den Beschlussvorschlag. Demnach sollen die Pläne zur Aufstellung dezentraler Lüftungsgeräte nicht weiterverfolgt werden. Stehen Sanierungen an, sollen von vornherein zentrale Anlagen zur Belüftung mit eingeplant werden. Dem stimmte der Ausschuss mit einer einmütigen Empfehlung an den Kreistag zu.