Oben ohne Diskussion über Badeordnung in Coburgs Schwimmbad

red
In Göttingen dürfen Frauen seit einigen Wochen ohne Bikinioberteil ins Schwimmbad Foto:  

Coburgs Grüne möchten, dass jeder Besucher selbst darüber entscheiden kann, ob er ein Oberteil an und im Becken trägt. Ein Großteil der Stadträte spricht sich dagegen aus.

Von der Freikörperkultur an den Badeseen der Region in den 1980er-Jahren über Geschlechtsüberprüfungen durch Bademeister bis hin zur Angst vor der weiblichen Brust diskutierten Coburgs Stadträtinnen und Stadträte während ihrer Sitzung am Donnerstag das Für und Wider, die Badeordnung im Schwimmbad der Vestestadt zu ändern. Durch einen Antrag wollten die Grünen-Politiker Melanie Becker und Kevin Klüglein im Namen ihrer Fraktion erreichen, dass Oberbürgermeister Dominik Sauerteig sich als Vorsitzender des Badbetreibers, der SÜC Aquaria, sich dafür einsetzt, die Badeordnung so abzuändern, dass alle Besucher künftig selbst entscheiden können, ob sie ihren Oberkörper bedecken.

Badehose reicht

Man möchte Personen jeglichen Geschlechts die Freiheit geben, ihre sekundären Geschlechtsmerkmale nicht in ein Kleidungsstück hüllen zu müssen, erklärte Klüglein. Heißt, Badehose reicht. Während sich Matthias Schmidt (Pro Coburg) für den „Minderheitenschutz“ aussprach, hielt Petra Schneider (SPD) entgegen, dass man andere Probleme als Badebekleidung habe. Sie verwies angesichts der Energiekrise auf die Frage, ob man „das Wasser überhaupt warm bekommt“. Die Antragsteller hätten den Sommer nutzen können, um ein Meinungsbild einzuholen. Letztlich stimmte ein Großteil des Gremiums gegen den Antrag. Bikinioberteile sind also – abgesehen vom FKK-Bereich – auch weiterhin Pflicht.

 

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