Sogar ein Hubschrauber im Einsatz Coburger Hütte rundum erneuert

Von und Thoma Apfel
Alles musste erst einmal raus, danach wurden die Decken- und Wandverkleidungen abgerissen. Jetzt erstrahlt der Gastraum in neuem Glanz Foto: DAV Coburg

Der jüngste Herbsteinsatz der Coburger Alpinisten in Tirol war wohl der arbeitsintensivste seit Jahren. Bei der Sanierung von Gaststube und Zimmern blieb nämlich kein Stein auf dem anderen.

Coburg - Die Coburger Hütte wird derzeit umfassend saniert. Im Innenraum bleibt kein Stein auf dem anderen. So werden etwa die Zimmer verkleinert, dadurch verringert sich die Anzahl der Betten in den Zimmern, dafür entstehen neue Zimmer für das Hüttenpersonal, außerdem ein neuer Dusch- und Waschraum. Die größte Herausforderung war allerdings der Boden in der Gaststube, der sich gesetzt hatte und bereits komplett herausgenommen wurde.

Das schon erprobte Hütten- und Wegeteam des DAV Coburg reiste Ende September nach Ehrwald, um mit den ersten Arbeiten zu beginnen. Vordringlich war der Umzug des Materiallagers in ein neu errichtetes Gebäude an der Materialseilbahn. Hier mussten etliche Meter Wegstrecke bergauf und bergab zurückgelegt werden. Am 3. Oktober folgte dann der Rest der Mannschaft und auch die Fachfirmen aus Zimmerern, Elektrikern und Installateuren begannen mit ihrer Arbeit.

Die Planungen des Ganzen obliegt dem Bergkameraden und dem Coburger Architekten Roland Schultheiß, der selbst vor Ort mit großem Engagement anpackte und den Firmen beratend zur Seite stand.

Zunächst mussten die Zimmer leer geräumt werden, auch aus der Gaststube wurde sämtliches Mobiliar ausgelagert. Im Anschluss wurden Holzdecken und Wandverkleidungen abgenommen, wobei man hier etliche Überraschungen erlebte. Hinter einer Wand in der Gaststube kam eine Felswand zum Vorschein, die damaligen Handwerker hatten in den 1920er Jahren sechs Kubikmeter Hobelspäne als Dämmmaterial verwendet. In den Wänden, die eingerissen wurden, befand sich zudem ein Drahtgeflecht, auf das auf beiden Seiten drei bis vier Zentimeter Mörtel aufgebracht war, hinter einer Wand wurde ein Holzbrettchen gefunden, auf dem ein Rudolf Hacker, Zimmermann aus Weyer an der Enns aus Oberösterreich zum „Angedenken“ an den Bau sich verewigte, gewidmet am 22. Oktober 1925.

Mit zunehmender Dauer fielen also Unmengen von Altholz und Bauschutt an. Alles wurde in 15 großen sogenannten „Big Bags“ mit dem Hubschrauber entsorgt. Hier musste darauf geachtet werden, dass man diesen nicht überlädt, denn der Heli hat nur eine begrenzte Tragkraft von rund 1000 Kilogramm. Brauchbares Holz wurde in stundenlanger Arbeit zu Brennholz verarbeitet, Bauschutt in mühevoller Arbeit mit Kübeln aus der Hütte getragen. Die Fliesen wurden mühsam in der Gaststube entfernt, die darunter liegenden Holzböden wurden mit Manneskraft herausgerissen, bis man auf das unterhalb befindliche Erdreich stieß. Staub und Dreck waren dabei tägliche Begleiter. Die Elektriker zogen neue Leitungen ein, die Zimmerer stellten neue Wände, Installateure begannen ihre Arbeit, das Hüttenteam des DAV Sektion Coburg unterstützte die Fachleute beim Anbringen neuer Deckenbretter, bei Holzarbeiten, bei Dämmungen und beim Vorbereiten des Bodens für den Estrich in der Gaststube wurden am letzten Tag bis spät abends Vlies und Schweißbahnen verlegt. Der diesjährige Herbsteinsatz des Hüttenteams galt ausschließlich dem Umbau der Hütte, der wohl anspruchsvollste und arbeitsintensivste seit Jahren. Die Handwerker sind noch einige Zeit auf der Hütte zugange. Man darf gespannt sein, wie die Schlafräume und vor allem die neu gestaltete und modernisierte Gaststube zur Hütteneröffnung 2022 aussehen wird.

Das Hütten- und Wegeteam des DAV Coburg bestand bei diesem schwierigen Arbeitseinsatz aus Werner Kaiser, Erich Wüst, „Lui“ Müller, Frank Päckert, Guido Berner, Edwin Ramm, Walter Hörath und Dieter Reuss.

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