Solarpark und Blühwiesen Küps setzt auf Sonne und Grün

Rainer Glissnik
Die Fotovoltaikanlage an der Bahnlinie wird eine Erweiterung erfahren. Der Gemeinderat Küps hat dies in Rekordzeit zur Satzung erhoben. Foto: /Rainer Glissnik

Der Solarpark an derBahnlinie wird erweitert. Zudem will man an einembayernweiten Wettbewerb für Blühwiesen teilnehmen. Doch es gibt auch schlechte Nachrichten.

Küps - Der Gemeinderat Küps erhöht die Abwassergebühren. Demnach müssen ab dem 1. Januar eine Schmutzwassergebühr von 2,67 Euro pro Kubikmeter (vorher 1,69 Euro) und eine Niederschlagswassergebühr von 36 Cent je Quadratmeter versiegelter Fläche (bisher 29 Cent) bezahlt werden. „Wir haben in den letzten Jahren fleißig investiert und auch in vielen Ortsbereichen das Abwassersystem saniert oder erneuert“, begründete Bürgermeister Bernd Rebhan (CSU) die Maßnahme. Die neue Photovoltaikanlage im Klärwerk wirke sich bereits kostensenkend auf die Stromkosten aus.

„Die Erhöhung von Gebühren ist schmerzhaft, aber leider immer wieder notwendig“, bedauerte CSU-Sprecherin Ursula Eberle-Berlips. „Wir werden schweren Herzens zustimmen“, erklärte auch Ralf Pohl (SPD). Sein Antrag, gemeinsam mit dem Abwasserverband Kronach-Süd ein Konzept zur Kostendämpfung zu erstellen, fand einhellig Zustimmung.

Ebenfalls höhere Kosten sind für die Sanierung des Tiefbrunnens I im Wasserwerk Küps aufzubringen. Zusätzliche Rohrleitungen, eine Zaunverlängerung und Regiearbeiten schlügen mit 125 800 Euro mehr zu Buche, bedauerte der Bürgermeister. „Etwas verwundert bin ich schon“, erwiderte Ralf Pohl (SPD). Von den beauftragten Büros habe er mehr Voraussicht erwartet. Letztlich stimmte jedoch auch er den Mehrausgaben zu.

Fassadenprogramm

Ebenso einstimmig beschlossen wurde das kommunale Förderprogramm für das Sanierungsgebiet Küps zum Schutz und zur Pflege des städtebaulichen und baukulturellen Erbes, kurz Fassadenprogramm. Dies ermöglicht innerhalb des Sanierungsgebietes kompetente Beratung und gute Zuschüsse für private Maßnahmen.

Der Bürgermeister informierte weiter darüber, dass der Solarpark Küps-Bahnlinie ausgebaut werde. Ein kleiner Streifen neben der Gemeindeverbindungsstraße wird demnach mit Kollektoren mit einer Leistung von bis zu 750 Kilowatt bebaut. Betreiberin ist die Raiffeisenbank.

Beschlossen wurden zudem Erneuerungsmaßnahmen für den Oberflächenkanal im Bereich Melanger/Tannleitenweg für 600 000 Euro. Die Maßnahme soll möglichst noch heuer ausgeschrieben werden.

Blühende Kommune

Die CSU-Fraktion schlug den Beitritt zum Programm „Blühende Kommunen“ vor. Dabei geht es unter anderem um Anreize für Bürgerinnen und Bürger sich hier zu engagieren. Bewerbungen sind bis zum 31. Januar 2022 möglich. Mit dem Projekt „Starterkit – 100 blühende Kommunen“ soll flächendeckend über ganz Bayern ein Anstoß gegeben werden, kommunale Grünflächen naturnah und insektenfreundlich zu gestalten. Das bayerische Umweltministerium investiert hierfür insgesamt 500 000 Euro, mithilfe derer 100 Kommunen in den Genuss einer finanziellen Starthilfe von je 5000 Euro kommen sollen. Neben der Flächengestaltung sollen die ausgewählten Kommunen auch bei der Öffentlichkeitsarbeit beraten und durch fachliche Informationen unterstützt werden. Weiterhin werden Berater und Beraterinnen finanziert. „Hier geht es auch darum, Erfahrungen auszutauschen, wie man diese Flächen pflegt“, erklärte Bürgermeister Bernd Rebhan. Vielleicht gelinge es künftig auch, Blühflächen in Bebauungspläne aufzunehmen. Auch Privatpersonen könnten auf brachliegenden Grundstücken Blühflächen entstehen lassen. Es müssten innerorts 1000 Quadratmeter sein. Alle seien hier aufgerufen, Ideen einzubringen.

Gefährlicher Schulweg

Marktgemeinderat Heiko Meusel (FW) ärgert sich über die Rücksichtslosigkeit vieler Verkehrsteilnehmer. Als Vater eines sechsjährigen Erstklässlers habe er bittere Erfahrungen machen müssen, sagte er im Gemeinderat.

Manchmal stehe er mit seinem Sohn auf dem Schulweg an einem Zebrastreifen. Der Junge gehe vorbildlich an den Straßenrand und strecke seine Hand hinaus als Zeichen: Ich möchte hier bitte über die Straße gehen. „Immer wieder kommt es vor, dass herannahende Fahrzeugführer schnell noch beschleunigen, um vor dem Kind an dieser Stelle vorbeizukommen. Vielleicht könnte dort ein Schulweghelfer für mehr Sicherheit sorgen?“ Noch mehr Gefährdung ergebe sich aus dem Bemühen vieler Eltern, ihre Kinder erst unmittelbar vor dem Schulgebäude abzusetzen. „Dies führt zu einer Gefährdung vieler anderer Kinder“, so Heiko Meusel enttäuscht.

 

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